Sonntag, 14. Oktober 2018

Warum die Gemeinde in Asow "St. Markus" heißt

Weil es gute Handelsbeziehungen auf dem Seeweg zwischen Asow und Venedig gab. Venedig, Sankt Markus - ist ein Begriff, oder? Vor etwa 700 Jahren war Asow sogar Bischofsstadt. 
Nach einer Hütte am Hafen, (in sehr wahrscheinlicher Nähe der ehemaligen Kathedrale) und Gottesdiensten in einer Kommunalwohnung, haben wir inzwischen ein Haus in der Innenstadt, das man auch gut ein Gemeindezentrum nennen kann: Hof, Kapelle, Küche, zwei Unterrichtsräume. Zur Abendmesse in der Stadt am Meer, (das ich wieder einmal nicht zu sehen bekam), hatten sich etwas mehr als 20 Gläubige versammelt. Wie in Taganrog, lag der Altersdurchschnitt in jugendlichen Regionen. Auch die junge Pfarrei in Asow entstand vor 25 Jahren erneut, als ein eifriger polnischer Priester durch die Gegend zog und über Zeitungsanoncen nach Katholiken suchte. 
Pünktlich um 21.00 Uhr erreichten wir die Pfarrei in Rostow. Ich hatte dadurch Gelegenheit, mit einigen Priestern und Schwestern zu sprechen, die zum Dekanat gehören. Das ganze Dekanat hatte sich zum Sonntagabend in der Millionenstadt am Don versammelt.

Das ganze Bistum feiert

Heute (ganz exakt: morgen) ist der 18. Weihetag unserer Kathedrale in Saratow. Weil ich ihn 1.000 km südwestlich der Hauptkirche des Bistums feierte, schickte mir die Pfarrgemeinde ein Glückwunschfoto (oben), das nach dem Festgottesdienst aufgenommen wurde, während ich mit den katholischen Christen in Taganrog (unten) der Wiedergeburt ihrer Gemeinde vor 25 Jahren gedachte. Wir feierten nicht etwa die staatliche Registrierung der Pfarrei, nicht den Zuzug des ersten Pfarrers nach priesterlosen Jahrzehnten, oder den Bau einer Kirche, sondern den Jahrestag der ersten Eucharistiefeier. Eine sehr "Sinn-volle" Idee der Gemeinde. 
Gleich geht es weiter nach Sankt Markus in Asow. Zu einem späten Abendessen versammelt sich dann heute noch das halbe Dekanat in Rostow-am-Don, bevor mich einer zum Flughafen begleitet. 

Samstag, 13. Oktober 2018

Akzent auf Dank gelegt

30 km von der Pfarrei in Taganrog entfernt, hat die Gemeinde ein Grundstück an einem See. Hier ist Platz für Religiöse Kinderwochen, auch "Ferien mit Gott" genannt, für Wochenenden mit verschiedenen Gruppen usw. Hier gibt es Obst, Bienenstöcke, einen großen Wachhund, einen Anlegesteg am Wasser und seit heute auch eine Kapelle. Das Mittagessen nach dem Weihegottesdienst gab's im Freien. Die Meisten sah ich abends wieder, als die Pfarrgemeinde in einer selbst gestalteten Anbetungsstunde für die vergangenen 25 Jahre dankte. So lange ist es her, dass hier in Taganrog wieder katholische Kirche präsent ist. Zwar haben wir die ehemalige Kirche trotz vieler Bemühungen nicht zurück bekommen. Aber es gibt dennoch Platz für die wachsende Gemeinde.
Heute ist der 101. Jahrestag des Sonnenwunders in Fatima. Auch verschiedene Krankenheilungen geschahen dort an jenem Tag. Wir beten für eine zweijährige Maria, bei der man vor vier Tagen zwei große, gefährliche Geschwüre entdeckt hat. 

Freitag, 12. Oktober 2018

An die Westgrenze des Bistums Sankt Clemens



Am Geburtstag meiner Mutter habe ich wieder mal einen "Ausflug" gemacht. Die Flugzeuge flogen himmlisch ruhig. Und auch Pater Marčin fuhr die übrigen 70 km von Rostow-am-Don nach Taganrog wie ein Berufskraftfahrer. Die katholische Dreifaltigkeitsgemeinde in Taganrog, unweit der ukrainischen Grenze, feiert an diesem Wochenende das 25-Jährige ihrer Wiedergeburt. In dem Zusammenhang werde ich morgen eine kleine Kapelle einweihen. Pater Raul, dem Pfarrer, geht es zurzeit nicht so gut. Wir haben gerade zu Abend gegessen: er, der Kaplan, die zwei Karmelitinnen und ich. Mein letzter Besuch hier am Asowschen Meer ist schon zweieinhalb Jahre her.
Die beiden Fotos sollen symbolisch andeuten, dass meine Reisen oft kontrastreich sind. Oben: Saratow, Puschkinstraße, heute Mittag. Unten: der neue Flughafen in Rostow-am-Don, heute Abend.


Donnerstag, 11. Oktober 2018

Abendgruss

Mein Arbeitstag begann noch im Dunkeln halb sieben und endete abends kurz vor zehn, ... obwohl ich gar nicht auf Arbeit war.

Aus Samara kamen Fotos von der Dekanatskonferenz, einem Treffen der Seelsorger und Ordensleute des Dekanats Mittlere Wolga: schön, informativ, lustig, ... alles dabei. Eine Kostprobe hier: Schwestern einer Ordensgemeinschaft aus Nigeria, Russland und Mexiko vor der neugotischen Herz-Jesu-Kirche in Samara.

Mittwoch, 10. Oktober 2018

Ein besonderer Moment im Tagebuch des Bistums

Vor Beginn der Sitzung mit den Dekanen aus dem Bistum Sankt Clemens, feierten wir gemeinsam heilige Messe in der Kathedrale. Eine stille Besonderheit lag darin, dass es die vorerst letzte Messe war, in der Wladimir (oberes Foto, in der weißen Albe) ministrierte. Heute Abend machte er sich auf ins Vorseminar nach Novosibirsk: 52 Stunden Bahnfahrt. Dort wird er sich auf das Theologiestudium vorbereiten. Wir haben versprochen, für ihn zu beten.
Nach dem Frühstück begann der Arbeitstag, an dem wir viele Bistumsangelegenheiten besprachen, sowohl rück- als auch vorausblickend. Einige Punkte der Tagesordnung betrafen die Caritas im Bistum. Darum kam auch unsere Diözesandirektorin (unten, Mitte) der Caritas hinzu.

Dienstag, 9. Oktober 2018

Gruß von der Peripherie

Ja, die gibt's auch noch, die Peripherie. Es wird unheimlich viel geredet und geschrieben. Ein Bischof sagte mir unlängst, er nehme jede Woche einen halben Tag frei, um zu lesen: kirchliche Dokumente und Nachrichten aus der Welt. Er komme nicht nach mit Lesen. Wer kommt nach? Während also täglich tsunamihohe Wortschwälle über uns zusammenschlagen und wir selber eifrig mitfabrizieren, fährt Pater Ondrej still nach Tschornaja Padina. 4 Stunden braucht er für die üblen 200 km, um ein paar Omis zu besuchen, die in einem Dorf ehemals aus Litauen Verbannter, in der russischen Wolgasteppe auf ihn warten. Papst Franziskus ruft oft dazu auf, an die Peripherie zu gehen, zu denen, die dir nichts dafür geben können, dass du ihnen etwas schenkst. "Vergelt's Gott!"

Dienstliches

Zwei Dienstbesprechungen - und der Vormittag war vorüber! Am Nachmittag stattete ich, gemeinsam mit meinem Generalvikar, unserer Caritas einen Besuch ab. Der wichtigste unter den Briefen, die ich heute schrieb, war die Bitte um einen slowakischen Priester, der gern für eine Zeit nach Russland kommen möchte, vorausgesetzt, sein Heimatbischof willigt ein. Morgen steht eine wichtige Versammlung an. Ich erwarte die Dekane oder deren Vertreter aus dem ganzen Bistum. Drei von sechs sind schon angereist. Wir beginnen noch heute mit der Messe in der Kathedrale und einem Abend bei mir zu Hause. 


Ein Foto vom Tage kann ich wieder einmal nicht vorweisen. Darum muss eins von gestern herhalten. Ausgediente Flugzeuge: Das Teuerste an ihnen hat man ihnen genommen - die Turbinen. Der Name des Eigentümers ist übertüncht. Schrottreif. Gut, dass wir Menschen anders konzipiert sind. 😇 ("Dein Name ist in meine Hand geschrieben." Jes 49,16)

Montag, 8. Oktober 2018

Eine Zeitung mit dem Namen des Bistumspatrons

Schon vor über 100 Jahren wurde in Saratow eine umfangreiche katholische Wochenzeitung herausgegeben. Wie das der Redakteur mit den damals noch sehr begrenzten Mitteln der Kommunikation zustande brachte, bleibt bestaunenswert. Die Zeitung hieß "Klemens", was sich auf den Bistumspatron bezog. In Fortführung dieser Idee, heißt unser heutiges Bistumsjournal genauso, nur in der russischen Form: "Kliment". Wie eifrig darin gelesen wird, beweist das Foto aus Naltschik.
Der Dank für den Schnappschuss geht an Marina, die schon lange Zeit auf vielerlei Weise in der Gemeinde hilft.