Sonntag, 15. September 2019

Samstag, 14. September 2019

Außenstation

Karsun, Pogorelovo und Trocken-Karsun heißen die drei dicht nebeneinander liegenden Außenstationen von Uljanosvsk in westlicher Richtung, 110 bis 145 km von der Stadt entfernt. Die Gläubigen der drei Siedlungen treffen sich sonntags zur Messe jeweils dort, wo Pfarrer oder Vikar hin kommen. Die Messe im Haus ist ein Privileg. Wer Platz hat, lädt ein, reihum. 
Nach dem Treffen mit zwei Ordensschwestern aus Rom am Vormittag, fuhren wir (Pfarrer, 3 Schwestern und ich) heute in o.g. Region. Nicht zum ersten Mal. Es ging überaus herzlich zu. Empfang, Beichte, Katechese, Messe, Fotos, Essen, Abschied. Am Abend blieb Zeit für eine Runde mit den hiesigen Seelsorgern, die aus Argentinien und Tadschikistan stammen. 

Freitag, 13. September 2019

Nachrichten sind meist auch Grund zum Beten

Ich hatte mir diesen Freitag, den 13., gut eingeteilt. Der Vormittag galt dem Büro, bevor ich mich um 12.00 Uhr auf die 480 km nach Uljanowsk begab. Nach der Mittagspause in Marx waren es immer noch 6 Stunden am Steuer, auch weil viel auf den Landstraßen ausgebessert und erneuert wird. Unterwegs erreichten mich die verschiedensten Nachrichten, u.a. die von Tanja, dass sie vor 2 Stunden ein Mädchen geboren hat: 3000 g, 50 cm, und die von Natascha in Sibirien, dass sie gerade mit den Kindern Kekse backt, und ich solle doch zum Tee vorbeikommen. "Da sind die Kekse längst aufgefuttert", gab ich zu bedenken. "Wir backen nochmal neue", kam die Antwort prompt zurück.  Und es kam da ein Bild ohne Text, das ich gut verstand: Schwester Lena aus Saratow vor dem Bahnhof. Sie wird von ihrer Ordensgemeinschaft versetzt, weit weg. Und ich habe es im letzten Moment nicht geschafft, mich von ihr zu verabschieden. 

Haben Sie schon mal ein Dach gestrichen?

Ein großes? Kirchendach? Ohne Seil, in etwa 12 Meter Höhe? Den Jugendlichen der Dresdner KSG scheint es Spaß zu machen. Für mich wäre das nichts. Deshalb ... nur ein Bild im Vorbeifahren. Bin unterwegs nach Uljanovsk und mache gerade Pause in Marx. Noch 6 Stunden Fahrt ...

Welche Seelsorge ist die wichtigste?

Nun komme ich ein drittes Mal auf die derzeitige Familienfreizeit am Schwarzen Meer zurück. Ja, die sind immer noch dort! So langsam habe ich verstanden, dass es sich um kein Wochenende, sondern um einen ganzen gemeinsamen Urlaub handelt. Die Ehepaare mit ihren Kindern haben sich frei genommen, um gemeinsam mit ihrem (ehemaligen und dem neuen) Pfarrer einen besonderen Urlaub zu verbringen. Sie möchten ihren Glauben vertiefen, ihr Eheversprechen der Treue erneuern, sich austauschen- lernen und ... erholen. 
Gewöhnlich sind Kinder- und Jugendseelsorge die Favoriten unserer Priester, Ordensleute und Katecheten. Manchmal fordern unsere guten Babuschkas (Großmütter) ihr Recht ein, auch einmal im Mittelpunkt stehen zu dürfen. Von größter Bedeutung aber ist die Familienseelsorge. Intakte Familien sind der gute Boden, auf dem etwas für die Zukunft wachsen kann. Und sie sind Berufung, heute, in einer Zeit, die das - weiß Gott - nicht leicht macht. Darum bin ich Pater Raul und Pater Ondrej dankbar für die Tage, in denen sie Familien auf ihrem inneren Weg auch äußerlich ein ganz bewußtes Wegstück begleiten. Das Treffen endet wohl am kommenden Sonntag.
Ich breche jetzt gleich auf nach Uljanovsk, wo Lenin geboren wurde, und wo wir eine quicklebendige Gemeinde haben, die morgen ihr Patronatsfest feiert: Heilig Kreuz - Kreuzerhöhung. Ein Besuch in Karsun, der 100 km entfernten Außenstation, gehört dann auch mit dazu. 

Mittwoch, 11. September 2019

Spätsommerlich in Saratow

Pater Ondrej fotografiert gern und schickt mir von Zeit zu Zeit seine Bilder, auch das hier, aus dem Süden des Bistums Sankt Clemens, vom Schwarzen Meer, wo er wegen des Familientreffens seines Dekanats weilte. 
Meine heutigen Gäste aus der Dresdener KSG (Katholische Studentengemeinde) waren so schnell wieder weg, dass ich den Besuch gar nicht mit einem Foto belegen kann. (Irgendwo habe ich gehört: "Wenn Du Dein Frühstück nicht fotografiert und auf Instagram veröffentlicht hast, bedeutet das: Du hast nicht gefrühstückt." - Ganz so schlimm ist es noch nicht.) Das Dutzend Gäste kam halb zwölf in die Kathedrale, wo ich ihnen bis halb eins etwas erzählen sollte. Als ich auf die Uhr schaute, hatten wir schon 15 Minuten überzogen. Im Laufschritt ging es dann nach Hause, wo - wie so oft in den vergangenen Tagen - der Tisch für eine leckeres Mittagessen gedeckt war. Anschließend: "Hallo, Büro...!"

Dienstag, 10. September 2019

Dekanekonferenz


Vorerst sind wir nicht am Ende, sondern in der Mittagspause. Dekanekonferenzen sind natürlich immer eine ernste Sache. Dennoch darf man auch bei solchen manchmal schmunzeln, z.B. beim genauen Hinschauen auf das Foto vor Beginn der Arbeit... 
Fortsetzung folgt.

17.10 Uhr: Heute gab es viel aus den Dekanaten zu erzählen. Überall gab es in diesem Sommer eine große Zahl von Veränderungen. Nicht nur Priester, auch Ordensschwestern wurden von ihren Gemeinschaften an neue Einsatzorte versetzt. 13 Punkte umfasste die Themenliste. Ich zähle sie nicht auf. Mit Freude nahmen alle zur Kenntnis, dass "unsere" jährliche Woche der Barmherzigkeit ab 2019 in allen vier katholischen Diözesen Russlands organisiert wird. (Mitte November.) - Ich lasse es dabei, denn außer einem sind alle zum Abendessen geblieben, zu dem ich zu spät komme, wenn ich jetzt nicht das Licht im Büro ausschalte und nach Hause gehe. 

Montag, 9. September 2019

Anreise Saratow


Zum zweiten Mal bin ich heute abend am neuen Saratower Flughafen, weit draußen vor der Stadt, gelandet. Eine Stunde später kam einer unserer Dekane da an. Beinahe hätte ich auf ihn gewartet, aber im Büro war noch dringende Post zu erledigen. "Bis 10.09.19 mittags" war verlangt. Es geht um die Vollversammlung des CCEE im Oktober. Vorläufig muß ich ja im Namen unserer Bischofskonferenz daran teilnehmen. 
Auch die anderen Dekane treffen so langsam ein. Die meisten mit dem Auto oder mit der Bahn. Anreise ist abends, damit morgen alle in der Lage sind zu arbeiten, statt müde von der Reise von Kaffeepausen zu träumen. Die Themenliste ist groß. Alle haben sie vorher zugeschickt bekommen. 

Familienwochenende

Einzelheiten weiß ich nicht. Pater Ondrej hat mir heute Mittag ein paar Fotos vom Familientreffen (vermutlich) des Rostower Dekanats geschickt, das am Schwarzen Meer in Lazarevskoje stattfand. Sein Vorgänger in Taganrog, Pater Raul, der jetzt Pfarrer in Nalczik ist, hatte es wohl noch vorbereitet und war auch dabei, so wie Schwester Augustina (Foto) von den Karmelitinnen in Taganrog. Das Rostower Dekanat hat eine vorbildlich praktizierte Familienseelsorge. Ich hoffe, dass eine Funke für das ganze Bistum "dabei herausspringt".
Was ich noch weiß: Pater Ondrej muss ziemlich müde vom intensiven Wochenende sein. Er schrieb am Mittag: "Ich gehe jetzt erstmal schlafen." Natürlich ist es auch nicht ganz um die Ecke gewesen, aber mit Autofahren sind die Seelsorger bei uns nicht so schnell klein zu kriegen.