Donnerstag, 21. September 2017

Herbstanfang

Das Thermometer steigt nur noch mit Mühe über die 20-Grad-Grenze. Der heutige Donnerstagmorgen begann mit der Frühmesse in der Schwesternkapelle. Im Büro geht es schrittweise vorwärts. Es sind 1000 kleine Dinge, die die zwei/drei großen immer wieder zu verdrängen suchen. Am späten Nachmittag wird der wiedergewählte Gouverneur in Saratow in sein Amt eingeführt. Ich bin zum Festakt eingeladen. Und abends heißt's dann wieder mal: Tasche packen ...

Dienstag, 19. September 2017

Multi-Stopp-Reise

Er kam von Osten, Ottmar Steffan aus Osnabrück (Bildmitte). Gestern nachmittag landete seine Maschine mit viel Verspätung in Saratow. Vor seinem Besuch an der Wolga war er in Sibirien: Novosibirsk, Omsk, Nizhnij Tagil. Und von Saratow-Marx geht es in der Nacht zum Donnerstag weiter nach Wolgograd. Wir haben heute zusammen gefrühstückt. Dann gehörte sein Tag der Caritas. Am späten Nachmittag holte ihn Pater Bosco ab, der Pfarrer aus Marx, (rechts im Bild). Dort fing 1998 alles an: Im kommenden Jahr werden es 20 Jahre, dass unsere Bistumspartnerschaft geboren wurde, mit einer "Kuh für Marx".

Montag, 18. September 2017

Heimfahrt mit großer Pause in Lenins Geburtsstadt


Pater Diogenes, mein Generalvikar, war am Wochenende ebenfalls in Kazan zum Patronatsfest, zur großen Freude der Gemeinde, denn er wirkte hier 20 Jahre lang als Seelsorger. Heute fuhren wir beide mit dem Auto nach Hause. An der 700 km langen Strecke liegt nur eine Pfarrei: Uljanowsk, ebenfalls "Heilig Kreuz". Deren Pfarrer hatte eingeladen, bei ihm Station zu machen. Gestern abend willigten wir ein. Heute Mittag waren wir dort. Mit ein paar Gläubigen feierten wir Eucharistie am noch von gestern geschmückten Altar: Alle, die das gern wollten, konnten gestern eine Rose zur Kreuzverehrung mitbringen. Es waren, wie man sieht, viele.
Saratow erreichten wir erst nach Einbruch der Dunkelheit, mit einer insektenverklebten Frontscheibe bei 25 Grad im Mondschein. (Oder ist heute Neumond? :-)
Übrigens hat das Nachrichtenportal TATAR-INFORM gestern über unsere Feier in Kazan berichtet. Hier der Link zu deren Bildern.

Sonntag, 17. September 2017

Vom Fest Kreuzerhöhung in Kazan

Wenn auch alle unsere Pfarrgemeinden zu einem Bistum und zur einen katholischen Kirche gehören, so hat doch jede von ihnen ihre eigene Prägung. Herkunft der Gläubigen und äußere Umstände haben Einfluss auf diese Prägung. Eine noch größere Rolle aber spielt der Pfarrer, seine Art, sein Glaube, sein Verständnis von Kirche und Pfarrei. Zumindest bei uns in Russland, wo es über drei Generationen hinweg keine Kirchenstrukturen gab und ausländische Priester vor etwa 25 Jahre von Neuem beinahe bei "Null" begannen, spürt man das deutlich. Und dieses innere Gespür geht bei meinen Pastoralbesuchen oft mit Dankbarkeit einher. Es es ein Geschenk, Gemeinden wachsen zu sehen, frohe und innige Liturgien mitzufeiern, Pfarrgemeinden nach der Messe erleben zu dürfen, dazuzugehören. 
Das sind Gedanken am heutigen Sonntag, die mich nach dem Patronatsfest in Kazan bewegen. In der Sonne-durchfluteten Kirche taufte ich drei Neugeborene und drei Erwachsene. Dann spendete ich einer noch größeren Zahl die Firmung. Als die Uhr hinten an der Wand schon zweieinhalb Stunden liturgischer Feier bestätigte, begann die Prozession um die Kirche, in deren Anschluß Groß und Klein je eine Blume zur Kreuzverehrung nach vorn brachten. Im Gemeindesaal fand der Tag mit einer Agape seine Fortsetzung. Mehr als anderenorts spielten da selbstgemachte Musik und Tanz eine Rolle. Fotos aus inzwischen über zwei Jahrzehnten Gemeindeleben wurden präsentiert, und man hatte sich viel zu erzählen, kurz, wie bei einem sehr herzlichen Familienfest.

Samstag, 16. September 2017

Katholische Christen in der Hauptstadt Tatarstans

Ich bin dem jungen Kazaner Pfarrer dankbar, dass er seine Idee dreier offizieller Treffen am heutigen Tag zugunsten von persönlichen Gesprächen in der Pfarrgemeinde nicht weiter verfolgt hatte. So blieb mir viel Zeit, mit Sergej zu sprechen, einem 41-jährigen Familienvater, der sich vor zwei Jahren auf den Weg zur Weihe zum ständigen Diakon begeben hat. Wegen der allgemeinen Wirtschaftskrise mußte er seine bisherige Arbeit aufgeben. Nun verdient er das Geld für den Unterhalt seiner Familie als Taxifahrer, bis zu 12 Stunden am Tag. Wie er die Arbeitsausfälle kompensieren soll, die wegen des bald beginnenden Studiums auf ihn zukommen, weiß er noch nicht. Eine junge Frau, knapp über 30, hatte mich schon vor einer Woche schriftlich darum gebeten, ihr ein wenig Zeit zu widmen, wenn ich nach Kazan komme. Sie war in ihrem Suchen nach einem Weg gottgeweihten Lebens an den Punkt gekommen, an dem es Zeit ist, mit dem Bischof darüber zu sprechen.
Nach der Abendmesse, in der ich fünf Erwachsene nach langer Vorbereitungszeit in die katholische Kirche aufnehmen durfte, begann das hier auf morgen verlegte Fest Kreuzerhöhung. Es ist sozusagen der Namenstag der Pfarrgemeinde. Wir beteten meist still vor einem großen, vorn in der Kirche aufgestellten Kreuz, während die Möglichkeit zur Versöhnung im Bußsakrament bestand. Dann gab es einen Imbiss, und es wurde erzählt, bis gegen neun. Erst dann machten sich die meist jungen Leute auf den Heimweg in der Millionenstadt. Den Abend im Anschluss habe ich nun frei für die Seelsorger der Gemeinde. 

Freitag, 15. September 2017

Heim ins Bistum

Ich bin schon fast wieder im Bistum Sankt Clemens. 0.40 Uhr geht mein Flug von Moskau nach Kazan, nachdem ich heute (am Freitag) schon viermal gestartet und gelandet bin. Am Wochenende feiern wir Patronatsfest in der Hauptstadt Tatarstans: Heilig Kreuz. Es ist mein erster Besuch in der Gemeinde, nachdem ich deren Pfarrer zu mir nach Saratow gebeten hatte, damit er mir als Generalvikar zur Seite steht. 
Die Exerzitien der vergangenen Tage waren für mich persönlich eine echte spirituelle Erfahrung und Stärkung, obwohl ich nicht "Teilnehmer", sondern "Begleiter" war. Natürlich spielte auch der Ort, Lourdes, eine wichtige Rolle dabei. Das war mir schon vorher bewußt. Für mich persönlich ist Lourdes ein wunderschöner Ort geistlicher Erfahrung, mehr als (ich bitte, das subjektiv zu verstehen) Rom und Jerusalem.
Für Kazan - Saratow habe ich kein Ticket. Die direkte Flugverbindung (Achtsitzer) gibt es nicht mehr. Wir haben mit dem Generalvikar besprochen, dass auch er am Wochenende nach Kazan kommt, mit dem Auto, und dass wir beide dann (voraussichtlich mit Stopp in Uljanowsk) heim nach Saratow fahren. Ich freue mich, dass ich zurück bin.

Samstag, 9. September 2017

Ausnahmen bestätigen die Regel


Und auch meinen Hinweis auf die Blogpause möchte ich hiermit nicht gleich widerrufen. Nur kurz zur Information über den Sinn der Pause: Ich möchte meine Zeit so vollständig wie möglich einem Exerzitienkurs widmen, den ich dieser Tage in Lourdes begleiten darf. Außerdem traf ich hier auf die ständigen Diakone mit Ehefrauen, die ich schon vor zwei Jahren in Rom beim 50-jährigen Jubiläum des IDZ kennengelernt hatte. Gerade heute morgen durfte ich ein Grußwort an die aus 30 Ländern der Welt angereisten Teilnehmer des derzeitigen Symposiums richten. (Auf dem Foto begrüßt der Ortsbischof von Tarbes-Lourdes die Diakone.)


Dienstag, 5. September 2017

Sonntag, 3. September 2017

Das Fest


Kurz vor dem Rückflug ein Wort zum Sonntag. Etwas mehr als 50 Gläubige begrüßten mich beim Eintritt in die renovierte Wohnung. Ich weihte die Kapelle, spendete drei Frauen die Firmung, segnete Schüler,... feierte Eucharistie und hinterließ das allerheiligste Sakrament im Tabernakel. "Jetzt hat Er wieder eine Adresse in Stawropol, hier bei Euch ist Er zu Hause", schloss ich meine Segenswünsche am Ende der Messe. Es ist wirklich viel, was seit der Ankunft Pater Jaroslaws schon zustande gekommen ist. Und es bestätigt sich wieder die häufige Erfahrung in Russland: Kirche lebt und wächst, wo auch ein Priester wohnt.