Dienstag, 24. Januar 2017

Karaganda - Impressionen vom 2. Tag

Heilige Messe, Frühstück und Gespräch im Priesterseminar 
Die Sankt Josefskirche im Stadtteil "Maikuduk" - ein heiliger Ort 
Am Grab von Pater Alexander (Bischof Chira) 
Mittags bei den Schwestern 
Wind und Kälte gehen unter die Haut.
Spätnachmittags an der Kathedrale 
Gegenüber (Bischof Adelio hat mir erzählt, wie er gebeten wurde, in der vollen Moschee über den Sinn von Opfer zu predigen.)
Am 13. Mai werden wir (die Bischöfe Kasachstans und Russlands) hier gemeinsam den 100. Jahrestag der Marienerscheinungen in Fatima feiern.

Montag, 23. Januar 2017

Am Ziel der Wallfahrt

Am Grab des seligen Wladyslaw Bukowinski zu beten, hatte ich mir schon seit ein paar Monaten gewünscht. Heute ging der Wunsch in Erfüllung. Die Reliquien des vor vier Monaten seliggesprochenen Priesters ruhen unter dem Altar in der Krypta der Kathedrale in Karaganda. Mit Bischof Adelio Dell'Oro und seinem Sekretär, Pater Jewgenij, feierten wir dort am Nachmittag eine heilige Messe. In dieser großen Kirche gibt es viel Schönes zu bestaunen. Trotzdem beneide ich den Bischof nicht, der es ganz sicher nicht einfach hat mit den Kosten für Heizung, Reparaturen usw.

Mein Besuch in Karaganda hat begonnen

Wind und Schnee im weiten Kasachstan sind nicht die besten Reisevoraussetzungen, aber bis auf den sehr verspäteten Abflug aus Moskau, ging alles reibungslos. Bischof Adelio hatte mir einen Fahrer zum Flughafen geschickt und erwartete mich, noch halb in der Nacht, an der Haustür. Im März werden es 19 Jahre, dass ich das letzte Mal in Karaganda war. Meine heutigen ersten Eindrücke: unheimlich dunkel am Flughafen, angefangen bei der Beleuchtung der Landebahn, bis hin zum Dämmerlicht in der Empfangshalle. Zwei Blicke aus den Fenstern meiner heutigen Unterkunft zeigen, wie dicht hier die Religionen nebeneinander leben. Es gibt eine Hauskapelle (Foto). Die heilige Messe, heute am 2. Todestag meines Vaters (+23.01.2015), werde ich jedoch in der Krypta am Grab von Pater Bukowinski feiern.

Sonntag, 22. Januar 2017

Handy verloren

Zwar wurde es schon gefunden, wie und wann ich wieder dran komme, muß aber noch geklärt werden, vermutlich nicht vor dem 1. März. Einerseits beschert mir das etwas Ruhe, andererseits hoffe ich, dass es nicht zu unnötiger Besorgnis führt, bei denen, die manchmal anrufen oder schreiben. Ich bin vorläufig per Handy nicht erreichbar.

Unterwegs

In der Synagoge von Kafarnaum und um sie herum, spielte sich so manches von dem ab, was wir dieser Tage im Evangelium in den heiligen Messen lesen. "Das Haus" (des Petrus), um das es unlängst mehrfach ging, stand wenige Schritte von ihr entfernt. Im Heiligen Jahr 2000 (Foto) hatte ich mit unseren Priestern eine Wallfahrt dorthin unternommen, fest davon überzeugt, dass ein Besuch im Heiligen Land im persönlichen geistlichen Leben hilft, wie auch in Predigt und Katechese. 
Noch bis zum 25. Januar begehen wir die Gebetswoche um Einheit der Christen. Es geht um Gebet, besonders füreinander, dann auch miteinander und für die Welt. In dieser Reihenfolge verstehe ich es, zumindest hier bei uns in Russland, wo "Ökumene" immer zuerst den Blick auf die zahlenmäßig große russisch-orthodoxe Kirche lenkt. In bzw. infolge dieser Gebetswoche, nehme ich mir immer wieder vor, Besuche bei meinen Mitbrüdern zu machen. Die Begegnung ist wichtig, wie besonders das Treffen von Papst Franziskus und Patriarch Kyrill auf dem Flughafen in Havanna vor fast einem Jahr gezeigt hatte. Man sagt, die beiden hätten dort nicht miteinander gebetet. Und doch wäre es gut gewesen, - ... denn viele haben gebetet an jenem Abend. 
Ich begebe mich heute auf eine kleine Wallfahrt ans Grab des seligen Paters Wladyslaw Bukowinski in Karaganda. Ich besuche den dortigen katholischen Bischof Adelio Dell'Oro und werde auch Gast im Priesterseminar sein. Natürlich möchte ich nach Maikuduk, in den Stadtteil Karagandas, den man einst auch "Berlin" nannte, weil dort lange Zeit hindurch sehr viele Deutsche lebten, unter ihnen - bewundernswerte, großartige Christen. Am Mittwoch komme ich zurück. 

Freitag, 20. Januar 2017

Noch ein Schimmer von Weihnachten

Mancherorts sind die Krippen aus strengen, liturgisch korrekten Prinzipien längst wieder weggeräumt. Anderenorts stehen sie bis 2. Februar. So auch bei uns in Saratow in der Kathedrale. Die Figuren der heiligen drei Könige waren am 6. Januar dazu gekommen. Ab diesem Festtag laden unsere Gläubigen die Priester jedes Jahr zur Haus- bzw. Wohnungssegnung ein. Auch ich war in diesem Jahr schon mehrmals dazu unterwegs, so auch am heutigen Abend. Besuche zu Hause sind wichtig und gut für alle, die seelsorgliche Verantwortung tragen. Man kann viel dabei lernen.

Mittwoch, 18. Januar 2017

Sprechtag

Das heutige Foto ist schon eine Woche alt: unsere vor 20 Jahren modern konzipierte Kirche in Saratow vor der leuchtenden Kulisse jener Bank, in der wir unser Bistumskonto hatten, bevor die Bank ihre Lizenz verlor. Heute früh feierte ich hier in der Kirche die Messe mit denen, die nach dem gestrigen Dekanatstreffen noch nicht nach Hause gefahren waren. Manche waren speziell geblieben, weil sie noch über Angelegenheiten ihrer Pfarreien und Gemeinschaften sprechen wollten. Das zog sich bis in die Mittagspause hin. Der Nachmittag war hingegen gefüllt mit Telefonaten, wie nie. - Alles in allem: Ein echter "Sprech-Tag". Nur jetzt am Abend habe ich mir still im Internet einige Tickets für meine nächsten Reisen besorgt. 

Dienstag, 17. Januar 2017

Waren Sie schon mal in Alexejewka?


Schön? Idyllisch? - Wenn Fenster und Türen dicht sind, etwas zum Heizen im Haus und die Toilette im Hof nicht zu sehr eingefroren ist, keiner der Bewohner krank, alt oder allein ist, wenn das Geld reicht, um etwas zum Essen zu kaufen, ... Ich schaue auf das schöne Foto aus Alexejewka mit zumindest gemischten Gefühlen. Pater Nicklas, (der heute Geburtstag hat), die Brüder Beat und Martin, sowie die Schwestern Laura, Maria Hemma und Maria Katharina, die dort leben, habe sicher alle Hände voll zu tun. Als geistliche Gemeinschaft schöpft die junge Kommunität täglich aus der Quelle des Gebets, die auch bei den heutigen minus 22 Grad Celsius nicht einfrieren wird. 
Die Frage oben ist übrigens gar nicht so "im übertragenen Sinne" gemeint. Ich kann Alexejewka nur empfehlen, auch wenn es nicht um die Ecke, sondern hinter dem Horizont vieler liegt.
Im Übrigen waren heute Priester und Ordensleute aus dem Wolgadekanat in Saratow zu Gast. Nach dem gemeinsamen Mittagessen lud ich sie in meine neuen Büroräume ein. Meinen Weihnachtsbrief an die Gemeinden machte ich zur Grundlage einiger Gedanken zum "Jahr des Gebets" in unserem Bistum. 

Montag, 16. Januar 2017

Schnell nach Hause

Ich könnte den heutigen Eintrag auch so überschreiben: "Frühstück in Ufa - Mittagessen in Saratow - Abendbrot in Marx". Trotz des Umsteigens in Moskau hatte ich am Morgen eine zeitlich sehr günstige Verbindung von Ufa nach Hause. Zwar flog auf der zweiten Teilstrecke eine der alten Maschinen, deren Heck an Walflossen erinnert, weil die, für die ich eingecheckt war, irgendein Teil der Bodentechnik gerammt hatte und vorerst fluguntauglich bleibt. Aber im Grunde habe ich ja auch gar nichts gegen die Jak-42 mit ihren hohen, gemütlichen Sesseln. 
Pater Tomasz brachte mich bei -27°C zum Flughafen. Bei der Ankunft in Saratow war es 10 Grad wärmer. Mein Arbeitstag begann mit dem Mittagessen in der Pfarrei, wo wir seit einigen Monaten sowohl Pfarrteam als auch Caritas und meine direkten Mitarbeiter an einem Tisch haben. Gesprächsthema waren u.a. die heute noch erwarteten Gäste, denn morgen treffen sich in Saratow die Seelsorger und Ordensleute vom "Dekanate Mittlere Wolga". Ein paar Bürostunden schlossen sich an, die wie im Fluge vergingen. Die Abendmesse feierte ich in der Kapelle unserer Schwestern, weil ich anschließend noch nach Marx wollte, wo ich versprochen hatte, vorbeizuschauen, solange dort noch der Kurs für die jüngeren Schwestern läuft.
Mir scheint, ich habe heute keinen einzigen unfreundlichen Menschen getroffen, (und einige freundliche).

Sonntag, 15. Januar 2017

Der Sonntag in Ufa

Ufa und Winter hinterlassen diesmal einen gemeinsamen Eindruck im Gedächtnis. Wie immer bei Pastoralreisen am Wochenende, bildete die sonntägliche Eucharistiefeier den Höhepunkt unserer Begegnung, auch wenn heute nicht alle in die Kadyrowstraße kamen, die gestern zur Abendmesse in der Straße der Roten Armee gekommen waren. Die Stadt ist sehr groß. Wenn Sie auch nicht dominierten - die ausländischen Studenten fielen heute durch Zahl und aktive Teilnahme an der Liturgie auf. Nach der Predigt assistierte ich einer Trauung. Der Bräutigam lud anschliesend alle Anwesenden feierlich in den ersten Stock zu Tee und Gebäck ein. (Alle hatten etwas mitgebracht.) Es war gut zu spüren, wie sich Alt und Jung hier im Haus der Gemeinde zu Hause fühlen. Trotzdem war auch noch ein Mittagessen für mich im Plan, und zwar bei einem slowakischen Ehepaar, das hier für eine österreichische Firma arbeitet. Die Sonne war schon untergegangen, als wir vom Tisch aufstanden. Erst dann, am Abend, konnte ich mit Pater Tomasz besprechen, was ich mir für die Tage hier vorgenommen hatte, nämlich die Themen "Diözesaner Jugendtag im Juli" und "Weitere Ausbildung unserer 4 Kandidaten, die Diakone werden möchten".