Mittwoch, 29. März 2017

Erinnerungswecker


Nein, ganz so schlimm war der Tag nicht. Aber wahr ist, dass der Frühling bei uns noch auf sich warten lässt. Das trübe Bild kam heute nachmittag auf der Straße aus LENINskoje zustande, kurz bevor sie in die Hauptstraße nach MARX (links rum), bzw. ENGELS (rechts rum) einmündet.
Ich wollte eigentlich eine sehr schwer Kranke besuchen, mußte es aber schließlich auf Samstag verschieben. In Marx bleibe ich trotzdem, denn für morgen steht der allmonatliche Besinnungstag im Kloster in meinem Kalender.

Dienstag, 28. März 2017

Katechese nach der Sonntagsmesse

Heute hatte ich weder Foto noch Text für einen Eintrag. Zu büromäßig ging es zu. Die Macht der Gewohnheit ließ mich dann auf virtuellem Wege ins Bistum schauen. Vielleicht würde sich da ja doch noch etwas Passendes finden. Gleich beim ersten Anlauf (Mausklick) stieß ich auf ein Foto von der Katechese am 1. Fastensonntag in Blagoveshenka (Nordkaukasus). Dass Schwestern von Mutter Theresa Katechesen geben, ist ungewöhnlich, soviel ich weiß. Die besondere Not der Menschen muß sie dazu bewegt haben. Die Möbel im Raum scheinen nicht die geeignetsten für ein Unterrichtszimmer zu sein. Und irgendwie habe ich den Eindruck, dass dort nicht geheizt ist. Blagoveshenka ist ein armes Dorf mit hoher Arbeitslosigkeit und noch höherem Alkoholverbrauch. Die Gemeinde wird als Außenstation von Naltschik aus betreut. Auf dem Pfarrgebiet liegt der höchste Berg Europas, der Elbrus mit seinen 5.642 m, zumindest, wenn man den Kamm des Kaukasus als innereurasische Grenze anerkennt, (wie es sich gehört :-)

Montag, 27. März 2017

Aprilmäßig

Nach Rom und Sotschi, bin ich nun ein drittes Mal aus dem Frühling (in Ars) in den Winter zurückgekehrt. Es ist natürlich kein Rodelwetter mehr. Aber Schnee gab es am Vormittag schon in Saratow. Seit scheinbar "ewigen Zeiten" saß ich wieder einmal mit den heute anwesenden Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen von Pfarrei und Caritas am Mittagstisch. Im Büro haben jetzt manche Dokumente der Bischofskonferenz Vorrang. Nach unserer letzten Sitzung am Schwarzen Meer, sind noch Hausaufgaben zu machen. Gleichzeitig war ich gestern wieder einmal mit elementaren Nöten armer Leute auf dem Land konfrontiert, die sich nicht aufs Materielle beschränken. 

Sonntag, 26. März 2017

"Laetare" in Marx

Die letzten Tage des Monats bin ich nun endlich in Saratow und Marx, sprich: zu Hause. Gestern Abend hatte ich unseren Weltreisenden vom Flughafen abgeholt: Pater Bosco ist von seiner Pilgerfahrt nach Mexiko zurück. Um ihm den Einstieg zu erleichtern, übernahm ich heute (4. Fastensonntag, Laetare) die Predigt in Marx. Er mußte seine Uhr ja nicht nur, wie die meisten Europäer, um eine Stunde vor stellen, sondern um 10 Stunden! Im Anschluß an die Sonntagsmesse bot er sofort einen Reisebericht an (Foto), während ich zwei längst versprochene Besuche in der Gemeinde machte. Ein dritter folgt jetzt am späten Nachmittag:
Tante Beate (2.v.r.) im Dorf Pawlowka, wird heute 87. Abgesehen von einigen Schwestern im Kloster, ist sie die einzige in der Pfarrgemeinde in Marx verbliebene Deutsche. 

Samstag, 25. März 2017

9 Monate vor Weihnachten

Ein Zitat aus den ersten geistlichen Exerzitien meines Lebens, vor 37 Jahren im Magdeburger Norbertinum, ist hängen geblieben. Klaus Weyers, der die Tage begleitete, sprach wahrscheinlich über Berufung, als er aus Erhart Kästners "Zeltbuch von Tumilat" den Satz wiederholte: "Der Engel der Verkündigung kommt nie von da, wo wir ihm heimlich eine Tür offen ließen, damit er's ja finde." (Ich blätterte anschließend das ganze, zum Glück in unserer Seminarbibliothek vorhandene Buch durch, um den Satz zu finden und mir den Wortlaut einzuprägen.) Pfarrer Weyers lenkte unsere Aufmerksamkeit zur Vertiefung des Gedankens noch darauf, dass der Engel Gabriel auf den meisten Abbildungen der "Verkündigung des Herrn" (heutiges Fest) von hinten oder seitlich an Maria heran tritt, was soviel wie "unerwartet" bedeuten soll. 
Die Worte, geschrieben in englischer Kriegsgefangenschaft in ägyptischer Wüste, berührten mich anders als andere und hatten dann scheinbar auch wirklich etwas mit meinem weiteren Weg zu tun: Ich hatte eine ganz andere Vorstellung vom Priestersein, als nach Russland zu gehen oder Bischof zu werden. "Der Engel der Verkündigung kommt nie von da, wo wir ihm heimlich eine Tür offen ließen, damit er's ja finde." Gott hat nicht in meine Träume eingewilligt, sondern - als er die Zeit für gekommen hielt - mir seine ans Herz gelegt. 
Heute habe ich eine Kapelle in meiner Saratower Wohnung im 6. Stock. Auf den Tabernakeltüren ist das erste Geheimnis vom Freudenreichen Rosenkranz dargestellt: der Engel der Verkündigung und Maria. 

Freitag, 24. März 2017

Heimkehrer ins Bistum Sankt Clemens

Vermutlich war ich der Erste wieder zu Hause. Samara, Taganrog, Wolgodonsk werden folgen. P. Wladimir nimmt den Fernbus von Moskau nach Elista. 20 Stunden?! Und P. Karl-Emmanuel, der Arme, hat seinen Anschlußflug in Moskau verpasst. Nun mußte er dort den Flughafen wechseln und fliegt erst nach Mitternacht in den Kaukasus zurück. Er war in den vergangenen Tagen unser Dolmetscher in Ars. 
Ebenfalls heute Nacht, ist die Pilger-Reise-Gruppe aus Guadalupe auf dem Heimweg über dem Atlantik. Die Saratower Teilnehmer erwarten wir morgen Abend zurück.
Ein modernes (und nicht mehr ganz modernes) Schutzengelbild, passend zu all dem, fand ich heute in der katholischen Kapelle am Brüsseler Flughafen. 
Das morgige Hochfest hat ja übrigens auch mit einem Engel zu tun. Richtig?

Und hier dann noch so eine Geschichte, weil sie ja doch auch Einfluss auf den Alltag (meinen zumindest) im Bistum Sankt Clemens haben wird: Link zum Domradio Köln.

Donnerstag, 23. März 2017

Abschluß in Ars

Nur fünf Priester sind im Bistum Sankt Clemens in Saratow inkardiniert. Das sind die, die keinen anderen Heimatbischof oder Ordensoberen haben, mit denen ich demzufolge auch leichter planen kann. Eben diese kleine Gruppe hatte ich für ein paar Tage eingeladen, mit mir nach Ars zu fahren, zum Schutzpatron der Priester weltweit, dem heiligen Johannes Maria Vianney. Richtiger gesagt: an seinen Wirkungsort und an sein Grab. Wir haben im Priesterseminar gewohnt. Heute abend schließt unser Besuch mit einer eucharistischen Anbetungsstunde ab, gemeinsam mit den hiesigen 35 Seminaristen, von denen einer aus unserem Bistum stammt. Morgen geht es über Lyon, Brüssel und Moskau nach Hause, damit alle am Sonntag wieder ihren Pflichten als Pfarrer nachkommen können. Ich hoffe, jedem haben die Tage ein wenig geholfen auszuruhen, aber auch sein Priestersein besser zu verstehen und gern zu leben.

Mittwoch, 22. März 2017

Ars - Eindrücke, Begegnungen, Zeit


Vielfältig, aber ohne Hast, ist das Programm, das unserer kleinen Priestergruppe aus Südrussland hier in Ars vorbereitet wurde. Heute zum Beispiel reichte es von einer gemeinsamen "Lectio Divina" (Bibelteilen, Schriftkreis u.ä. genannt) mit der Seminarleitung, bis hin zum Besuch des Geburtsortes des heiligen Johannes Maria Vianney und zum Abendgebet mit den Seminaristen in der Wallfahrtskirche. Daß wir hier den Frühling erleben, Vögel, Blumen etc. ist ein weiteres Geschenk. 


Dienstag, 21. März 2017

In Ars (Frankreich)

Nun bin ich mit meiner kleinen Priestergruppe in Ars (Frankreich) zu Gast. "Kommt mit an einen ruhigen Ort und ruht ein wenig aus", könnte man - Jesus zitierend - über die Tage schreiben. 

Trotz Stille gibt es natürlich auch Begegnungen. Wir wohnen bewußt im internationalen Priesterseminar am Ortsrand. Ein guter Platz, um über die eigene Berufung nachzudenken.  

Interessant, wie der "pastorale Ansatz" des vor 199 Jahren hier eingetroffenen Pfarrers Vianney zum heutigen Priestersein passen kann.

Montag, 20. März 2017

Bei "Renovabis"

Obwohl spontan, wurden wir heute vormittag sehr herzlich bei Renovabis in Freising empfangen. Ich hätte die Umsteigezeit am Flughafen verbracht, aber Pater Marcus schien sie ausreichend, um auf dem Freisinger Domberg "Hallo!" zu sagen. Im Dom konnten wir an seinem heutigen Namenstag für den einst hier zum Priester geweihten Joseph Ratzinger beten. Pfarrer Hartl, der neue Geschäftsführer und der von Anfang an dazugehörige Dr. Gerhard Albert luden uns zum gemeinsamen Mittagessen ein. Danke, Renovabis, der Solidaritätsaktion deutscher Katholiken mit den Menschen in Osteuropa! 
Übrigens sind wir einer weniger als geplant. Der Jüngste unserer Gruppe mußte aus gesundheitlichen Gründen zu Hause bleiben.