Mittwoch, 24. August 2016

Neuer Generalvikar

Eine wichtige Entscheidung, die mit einigen dazugehörigen Vorentscheidungen zusammenhing, ist nun heute für das Bistum Sankt Clemens getroffen worden. Ab 20. September 2016 wird das Bistum einen neuen Generalvikar haben. Pater Diogenes Urquiza IVE, unser bisheriger Pfarrer in Kazan, kommt nach Saratow um diesen Dienst zu übernehmen. Der argentinische Priester lebt seit über 20 Jahren im Land. Er ist derzeit einer der beiden "Missionare der Barmherzigkeit" in Russland, die von Papst Franziskus für die Zeit des Heiligen Jahres ernannt wurden. Die Ordensleitung des Priesters, die meine Bitte zweimal abgelehnt hatte, willigte jetzt - schon fast unerwartet - ein, Pater Diogenes für die Hilfe in Saratow freizustellen. Gleichzeitig beendet Mons. Jaroslaw Mitrzak seine Funktion als Generalvikar, die er Anfang 2014 übernommen hatte. Ich erinnere mich, dass es eine besonders schwere Zeit war, was Absprachen, Entscheidungen und Pläne im Bistum betraf. Pater Jaroslaw verließ damals sein geliebtes Sibirien, weil er sah, dass ich Hilfe brauchte und nicht fand. Nach einem etwas längeren Urlaub wird er Anfang November eine Großstadtpfarrei im Bistum Sankt Clemens übernehmen, die noch nie einen eigenen, am Ort wohnenden Pfarrer hatte, in der Hoffnung, dass sich das Gemeindeleben (u.a. die Studentenseelsorge) dann endlich entfalten kann. Ich vermute, heute oder morgen erfährt die Gemeinde in Stawropol von ihrem Glück. 

Brücke Saratow - Dresden

In einer Zeit, in der manche davon leben, das Trennende so sehr hervorzuheben, dass nichts Einendes mehr zu sehen bleibt, sind Begegnungen von großer Bedeutung. Der gerade erst zu Ende gegangene Weltjugendtag ist ein wunderbares Beispiel dafür, aber auch die Idee der Partnergemeinden, die - in Zusammenhang mit dem Weltjugendtag - gerade in den letzten Monaten wieder aufgefrischt wurde. Für unsere Saratower Jugendlichen bedeutete das z.B. einen Besuch in Sankt Antonius in Dresden-Löbtau. Lesen kann man davon auf deren Homepage. Vielleicht bringt es ja noch die eine oder andere Pfarrgemeinde auf den Geschmack... 

Dienstag, 23. August 2016

Begegnungen in Wolgograd und der Heimweg


Mehr als 40 Gläubige waren heute früh um 8.00 Uhr spontan zur Wochentagsmesse in Wolgograd gekommen, darunter der fast komplette Pfarrgemeinderat und die Leute von der Caritas. Anschließend blieben sie zu einer Art Arbeitsfrühstück bis halb 11! Es war ein sehr schöner Vormittag. Auf dem Heimweg machten Pater Reinhard, Schwester Galja, Natascha und ich eine Pause am Wolgaufer, (Foto unten). Im August geht man schon nicht mehr in der Wolga baden, nicht etwa, weil das Wasser schon kühler wäre, nein, sondern weil sie schon "grün wird". Das kommt von den Algen um diese Zeit. Dass die Tage schon deutlich kürzer werden, bemerkten wir bei der Ankunft in Marx, kurz nach sieben. Die Sonne war schon untergegangen (Foto oben). Und kühler wird es auch schon: am Abend "nur" noch +28 Grad.


Montag, 22. August 2016

Viele ganz verschiedene Eindrücke innerhalb von 16 Stunden

Oben: Besuch im Haus der Gemeinschaft Johannes' XXIII. in Elista, der Hauptstadt Kalmykiens. Mitte links: In Kalmykien gibt es unendlich viel Steppe. Manchmal kann man dort noch Kamelen begegnen. Unten links: Fast selbstverständlich hatte sich bei der heutigen Hitze ein Feuer in der Steppe entzündet. Wir mußten durch. Die Sichtweite im Rauch sank rapide, letztlich auf weniger als 10 Meter. Rechts Mitte: Die Kalmyken sind in der Regel Buddhisten. In ihrer Hauptstadt steht die größte Churul (Tempel, kalmyk., mongol.) in Europa. Unten rechts: Beim Abendspaziergang zum Tagesausklang, wieder zurück in Wolgograd, besuchten wir die Gedenkstätte an die Schlacht um Stalingrad, nur wenige Minuten von unserer Pfarrkirche entfernt.

Sonntag, 21. August 2016

Überraschungsbesuch

Es ist nicht leicht, mal unverhofft eine Uberraschung mit einem Kurzbesuch zu machen, nicht nur wegen der Entfernungen im Bistum Sankt Clemens. Als ich heute abend, 100 km vor Wolgograd, den Pfarrer anrufen wollte, war sein Telefon nicht in Betrieb, und das der Schwestern auch nicht. Den Kaplan fand ich schließlich, jedoch 200 km von Wolgograd entfernt. Sie haben Kinderwoche, kurz vor Schulbeginn. Selbst auf's Klingeln an der Haustür reagierte vorerst keiner. Letztlich stellte sich heraus, dass Pater Lorenz heute nach den Messen in Pfarrei und Außenstationen bei 40 Grad im Schatten so müde war, dass er sich schlafen gelegt hatte. Er öffnete, und wir (4) bekamen unser Nachtquartier für heute, nachdem wir ein wenig zu Abend gegessen hatten. Pater Lorenz von der Insel Floris (Indonesien) hat das fröhlichste Gemüt im ganzen Bistum. Morgen mehr.

Samstag, 20. August 2016

Zwischen Freitag und Sonntag

Das sichtbar Wichtigste am Schreibtisch, war heute das Vorwort für die Oktober/November-Ausgabe unseres Bistumsjournals. Wieder mal auf den letzten Drücker! Unsichtbar - wichtiger - war die Bewegung in einem Entscheidungsprozess im Bistum, der auf ein Ergebnis hin drängt. Ich konsultierte Mitbrüder. Nebenbei verabredete ich mich für kommenden Freitag zur Abendmesse (18.00 Uhr) in der neuen Partnergemeinde von Marx, Christkönig - nämlich mit dem Pfarrer von Dresden-Zschachwitz, Heilige Familie. Auf deren Homepage ist für Freitag ein Wort ottesdienst angekündigt, weil der Pfarrer im Urlaub ist und mein "Vertretungsangebot" kam, als die Vermeldungen schon fertig waren. Am Tag darauf ist Amtseinführung des neuen Bischofs von Dresden-Meissen. Und das heutige "Schlusslicht" war ein mir unbekannter Schlüssel, den ich in meinen Taschen fand und der, wie mir schien, in eine unserer Pfarreien gehören mußte. Ich muss ihn versehentlich beim Besuch mitgenommen haben. Aber wie lange das her sein könnte, ... hatte ich keine Vorstellung. Darum schrieb ich alle Pfarreien an und legte ein Foto bei. Als ich zum letzten Mal auf den Knopf "Senden" drückte, fiel mir ein, dass es der Schlüssel vom neuen Caritasbüro sein könnte, das wir mit eigenen Kräften renoviert haben und auf dessen Möbelierung und Ausstattung wir nun mit Hilfe eines bei "Renovabis" eingereichten Projektes hoffen. 
Zur Abendmesse in der Kathedrale konnten wir zwei unserer vier Klarissen (MCSS) nach ihren Exerzitien im Marxer "Haus der Stille" begrüßen. Die anderen beiden waren schon gleich wieder unterwegs: Samstags wird Penza wieder einmal von Saratow-Marx aus betreut. 

Freitag, 19. August 2016

Leise sinkt der Abend nieder

Meine Geburtstagsblumen von vorgestern früh in Marx hatte ich nicht auf den Weg nach Saratow mitgenommen. Sie hätten die Hitze unterwegs nicht ausgehalten. Heute fand ich sie in verarbeiteter Form wieder, in der Klosterkapelle, wo ich den monatlichen Einkehrtag für die Schwestern begleitete. Die handgeschnitzte Marienfigur (Foto), daran erinnere ich mich sehr gern, hatte den Schwestern vor 23 Jahren eine ehemalige Pfarrhaushälterin aus Deutschland geschenkt, eine ganz einfache und gute Frau. Sie ist inzwischen verstorben. Aus dem Gebet für die Wohltäter wird sie deshalb aber nicht gestrichen werden.

Das Tagesevangelium bot sich als roter Faden durch den Besinnungstag an: "Was ist das Wichtigste im Leben?" - Es ging um die Liebe und um das Wachsen in der Liebe.

Nebenan, im "Haus der Stille" (Getsemani) haben vier Schwestern aus Saratow ihren letzten Exerzitientag mit eigenem Programm. Eine traf ich beim stillen Spaziergang im Garten.

Der Tag neigt sich nun seinem Ende zu. Nur im Pfarrhaus wird es gerade noch einmal leicht lebendig: eine sechsköpfige Familie aus Kasachstan bat auf ihrem Heimweg aus Polen um Nachtquartier in der Pfarrei. Gerade ist das Auto in den Hof gefahren...

Donnerstag, 18. August 2016

Klarheit betreffs der eigenen Taufe

Kann doch heutzutage nicht mehr sein, dass jemand nicht weiß, ob er/sie getauft ist oder nicht! Und wenn, ...! Irgendwo gibt es Leute, die es bezeugen können, Herkunft, Bücher, in die es eingetragen wurde, Fotos, ... Und wenn nichts hilft und keiner da ist, der etwas dazu sagen könnte? In Ausnahmefällen trifft dann die Regelung der sogenannten bedingungsweisen Taufe zu. Wenn also auf keinerlei Weise festgestellt werden kann, ob jemand getauft ist oder nicht, gleichzeitig aber nur eine gültige Taufe im christlichen Leben möglich ist, dann greift die o.g. Regelung. Die bedingungsweise Taufe unterscheidet sich kaum von der gewöhnlichen. Heute, am Tag der heiligen Helena, hatten wir ein solches Fest. Eine Frau, Großmutter, Witwe, die seit 18 Jahren zur Kirche kommt, machte sich seit ein paar Monaten Vorwürfe, dass sie sich nie deutlich ausgedrückt hätte. Ob sie getauft sei oder nicht - dafür wollte sie die Hand nicht ins Feuer legen. Im Gegenteil, es war für sie ein Fegefeuer, den Gedanken zu denken: "Es kann sehr wahrscheinlich sein, dass ich nicht getauft bin." Alle Gegenargumente, die wir ihr vorlegten, beruhigten sie nicht mehr. Es sei dazu gesagt, dass kein Zweifel an ihrer diesbezüglichen Gesundheit besteht. Im Jahr der Barmherzigkeit haben wir zumindest diesem Leiden heute ein Ende gesetzt. Es war - auch wenn das Wort nicht ganz üblich ist - eine glückliche Feier. Nach der Messe in der Marxer Klosterkapelle und einem gemeinsamen Frühstück, fuhr die Frau mit ihrer Taufurkunde in der Handtasche nach Hause in ihr Dorf, per Anhalter, 35 km, so, wie sie auch am Morgen gekommen war.

Mittwoch, 17. August 2016

Danke

Erst am Abend gelang es mir, zumindest einen Blick auf mein E-Mail-Postfach zu werfen. Der Zahl der eingegangenen Mitteilungen erschreckte mich, dann aber stellte ich fest, dass sie - wie auch fast alle heutigen SMS, sowie die anderen Mitteilungen über verschiedene Messenger - das gleiche Thema hatten. Und ich kann nur Danke sagen für die vielen Glück- und Segenswünsche zum Geburtstag. 
Nach der langen Strecke von Alexejewka, hatte ich in Marx übernachtet, wohl bedacht, dass ich so am heutigen Morgen um 8.00 Uhr dort die heilige Messe in der Pfarrkirche feiern kann. Die Kirche war fast so voll wie sonntags. Ab dem Mittagessen hatte ich Gäste hier in Saratow. Die zweite Tageshälfte wurde dienstlich... 
Foto mit den heutigen Gästen v.l.n.r.: Mons. Jaroslaw Mitrzak - mein Generalvikar, P. Laurentius Lemdel SVD aus Wolgograd, und ganz rechts P. Michal Gruszka OFM Conv. aus Astrachan.

Dienstag, 16. August 2016

Alexejewka - Samara - Marx

Da wir ausgesprochen schnell durch die Baustellen auf den ersten 400 km der Heimfahrt kamen, statteten wir P. Marcus (rechts im Bild) in Samara einen Kurzbesuch ab. Er war gerade mit Elektrikern auf der Riesenbaustelle seiner Kirche unterwegs. Auch Schwester Editha wollte ich kurz dienstlich sprechen. Sie bewirtete uns dann auch gleich: Für Tee und Gebäck im Keller unter der Kirche reichte die Zeit, bevor wir weiter nach Marx fuhren.
Zur Abendmesse waren wir überpünktlich da. Damit war der Tag, der heute schon 2.30 Uhr (Moskauer Zeit) begonnen hatte, aber auch schon wieder zu Ende.