Montag, 24. August 2009

Eine "Krönungsmesse" in der ehemaligen Sowjetunion


Die Kette der Beichtenden riß genau so wenig ab, wie die der Gebete und Gottesdienste: Die ganze Nacht hindurch bereiteten sich Pilger aus nah und fern auf den Festgottesdienst mit Kardinal Meisner und über 20 Bischöfen aus verschiedenen Ländern vor. Das Gnadenbild der „Königin der Seen“ (zwischen denen sich Braslaw befindet), sollte gekrönt werden. Die dafür angefertigten Kronen, nämlich eine für das Jesuskind und eine für Maria, waren zuvor von Papst Benedikt XVI. gesegnet worden. Der Sinn einer solchen Krönung hilft uns mit geistlichen Augen die Berufung Mariens – und jedes Menschen – zu verstehen. Die große Zahl von Gläubigen erweckte in mir Diasporabischof natürlich den Gedanken an Volkskirche. Drei Stunden dauerte die andächtige Feier. Dass es die katholische Kirche in Weißrussland auch heute nicht leicht hat, war hin und wieder zu spüren. Die ansprechende Predigt, aber auch die väterlich-fröhliche Art des Kölner Kardinals, der uns ein Stückchen Weltkirche spüren ließ, werden für vielen eine Stütze im Alltag geworden sein.