Montag, 24. August 2009

Kloster in Braslaw


Am 22. August war ich Gast in Braslaw, das zur Diözese Vitebsk in Weißrussland gehört. Nicht durch die Einladung zum 10-jährigen Bestehen der Diözese, und nicht durch das Gnadenbild der Braslawer Muttergottes („Königin der Seen“), war mir die kleine Stadt im Norden Weißrusslands zu Gehör gekommen, sondern durch das dort befindliche Kloster der „Dienerinnen Jesu in der Eucharistie“, die hier seit Jahrzehnten, also schon während der schweren Kirchenverfolgung in der Sowjetunion, segensreich wirkten. Ihr Grundstück liegt am Ufer eines der großen Seen um Braslaw. Ich betrat das verwinkelte Haus wie einen Wallfahrtsort. Seine Treppen sind so eng, dass man nicht aneinander vorbei gehen kann. Im Erdgeschoß liegt eine alte, gelähmte Schwester, ganz oben, unter dem Dach, befindet sich die einfache Kapelle. Auch in den Schuppen gleichenden Anbauten im Garten haben einst Schwestern gelebt. Nie waren alle zugleich aus dem Haus gegangen, damit es kein Aufsehen bei den Behörden erregte. Von Gott zu reden, war gefährlich. Die mir persönlich bekannten Schwestern aus Russland und Kasachstan, sofern sie vor 15/20 Jahren schon zur Kongregation gehörten, sind alle einst hier gewesen, für ein paar Monate, Jahre, oder wenigstens zu Exerzitien, die ebenfalls im Geheimen stattfanden. Es war eine besondere Freude für mich, Freitag Abend an diesem „heiligen“ Ort in kleinem Kreis die Eucharistie feiern zu dürfen.