Dienstag, 11. August 2009

V. Katholischer Jugendtag in Russland


Der V. Katholische Jugendtag in Russland findet vom 13.-16.8.09 im 1000-jährigen Kasan statt. Die Hauptstadt der Republik Tatarstan zählt längst über 1 Million Einwohner. Dass die Wahl gerade auf diese Stadt in unserem Bistum gefallen war, hat verschiedene Gründe:
1.) Hier gibt es seit August 2008 eine kath. Kirche. (Im ganzen Bistum, das viermal so groß wie Deutschland ist, gibt es nur 26 kath. Kirchen und Kapellen. Für uns ist jede Kirche etwas unbeschreiblich besonderes, nicht nur während der Feier der Eucharistie.)
2.) Kasan ist verkehrstechnisch nicht ganz ungünstig zu erreichen. (Dennoch braucht man mit dem schnellsten Zug von Wladiwostok nach Kasan 6 Tage und 2 Stunden.) Die Stadt hat sich in den vergangenen 15 Jahren schnell zu einer modernen Metropole entwickelt.
3.) In Kasan gibt es ein gutes Verhältnis zwischen den Konfessionen, Religionen und zur Stadtverwaltung, das auf Interesse und Achtung basiert. (Nach einer Einführung durch einen orthodoxen Priester, werden wir zur Ikone der „Kasaner Muttergottes“ pilgern, die sich 11 Jahre lang in der Wohnung Papst Johannes Pauls II. befand. Die Busse für die Beförderung der 250 Jugendlichen vom Stadtzentrum an den Tagungsort stellt uns die Stadt kostenlos zur Verfügung.)
4.) Unser Bistum war wieder an der Reihe, nachdem die drei vorhergehenden Jugendtreffen in den anderen Diözesen stattgefunden hatten.
5.) Und nicht zuletzt sei erwähnt, dass man sich in der kath. Gemeinde in Kasan vom ersten Moment an wie zu Hause fühlt.

Unser Jugendtreffen steht unter dem von Benedikt XVI. vorgegebenen „Wir hoffen auf den lebendigen Gott“ (1 Tim 4,10), wobei „hoffen“ in der russischen Übersetzung besonders „vertrauen“ beinhaltet. Ein „Schwerpunkt“ (interessant, das Wort in seiner Tiefe auszuloten) wird auch bei diesem Treffen der gemeinsam gebetete Kreuzweg sein, der in eine anbendliche eucharistische Anbetung mündet. Während einerseits still gebetet oder gemeinsam gesungen wird, bieten dann alle anwesenden Priester (und Bischöfe) das Bußsakrament an. Die Erfahrung der letzten vier Jugendtage lehrt, dass das mehrere Stunden in Anspruch nehmen wird, beinahe bis Mitternacht.

Schon jetzt danken wir „Renovabis“ für die gewährte Unterstützung, ohne die das Treffen nicht stattfinden könnte. Auch wenn wir die Hälfte der Anreisekosten selbst übernehmen, am Palmsonntag in allen Gemeinden Russlands für das Treffen gesammelt hatten und einen Teilnehmerbetrag erheben, würde all das bei weitem nicht ausreichen...


Heute Mittag mache ich mich auf den Weg. Von Saratow bis Kasan sind es 700 km Landstraße. Bis später!