Dienstag, 15. September 2009

150 deutsche Gäste in der Saratower Kathedrale


Am 14. September, dem Fest Kreuzerhöhung, besuchte mich eine 150-köpfige Schiffsreisegruppe, die von Moskau nach Wolgograd unterwegs ist. Die Kreuzfahrt wurde teilweise von deutschen Kirchenzeitungen (Osnabrück, Paderborn) organisiert, deshalb waren fast alle Teilnehmer katholisch. Innerhalb einer Stunde durfte ich den aufmerksamen Gästen in unserer Kathedrale etwas über das Leben der Kirche in Russland erzählen. Die Gruppe war, Dank des Reisebegleiters, intensiv auf die Begegnung vorbereitet. So etwas hatte ich noch nie erlebt.

Weil mir schon mehrmals bei solchen Gelegenheiten angeboten wurde, bis zum nächsten Halt mit an Bord zu gehen, ich aber gewöhnlich wegen anderer Termine nicht kann, fragte ich diesmal an, ob man meine „Stellvertreter“ mitnehmen würde. Sowohl die Reiseleitung, als auch etwas später der Kapitän, willigten ein. So kamen drei Kinder bzw. Jugendliche, die sich in den Sommerferien durch besondere Hilfsbereitschaft in den RKW (Religiösen Kinderwochen) ausgezeichnet hatten, in den Genuß, für 20 Stunden auf einem 5-stöckigen Hotelschiff mitzufahren. Von Wolgograd holt sie unser Kaplan nach Saratow zurück. Zwei der Heranwachsenden kommen aus sehr armen Verhältnissen, waren noch nie im Leben in der Stadt und haben sich, wie mir schien, die Sachen zum Anziehen für die „große Fahrt“ geborgt.

Nebenbei erfuhr ich, dass die Wolgaschiffe, von denen es nicht weniger gibt, allesamt in der ehemaligen DDR gebaut wurden, nämlich in Boitzenburg; wie ja auch die sowjetischen Eisenbahnwagen aus Görlitz stammten…