Montag, 21. September 2009

Besuch in der "alten Heimat" Deutschland


Die Tage von Donnerstag bis Sonntag verbrachte ich in Deutschland, zwei in Osnabrück, zwei in Erfurt. In dieser kurzen Zeit wurden mir viele Möglichkeiten gegeben, Menschen zu begegnen, die sich für die katholische Kirche in Russland interessieren und die uns verbunden sind. Im Bistum Osnabrück war es Herr Ottmar Steffan, der meine Termine koordinierte. Die Partnerschaft zwischen unseren Bistümern war vor 11 Jahren entstanden. Schritt für Schritt hat sie sich weiter entwickelt, jedoch immer so, dass uns die Projekte nicht über den Kopf wuchsen. In Erfurt durfte ich auf Einladung von Bischof Joachim Wanke an der großen Bistumswallfahrt mit ca. 8.000 Gläubigen teilnehmen. Diakon Matthias Burkert, ein Studienfreund, und seine Familie sorgten sich dort um mein Wohl. Es war nicht ganz einfach „umzuschalten“. Ich meine nicht von Russisch auf Deutsch, sondern von denen, die mir in Russland begegnen, und denen in Deutschland. Ich habe von den Wahlen am kommenden Sonntag gehört, und vom Tod Dominik Brunners, von großen Umstrukturierungen in der Kirche, … bin aber auch gleichzeitig, oder trotzdem, auf offene Ohren gestoßen, auf Vertrauensvorschuss und echt christliche, geschwisterliche Verbundenheit. Es war sehr schön in Osnabrück und im Kloster Laage, in Wetrupp, Oesede, Erfurt und schließlich noch in Erkrath. Danke allen, denen ich in den vergangenen Tagen dort begegnen durfte. Besonders bewegt und erfreut hat mich der feierliche Wochentagsgottesdienst in St. Peter und Paul in Oesede, aber auch die zum Podiumsgespräch bis fast auf den letzten Platz gefüllte, große Predigerkirche in Erfurt. Während meiner Studienzeit war mir nie so bewusst geworden, dass hier einst Meister Eckart, der große dominikanische Mystiker, predigte und Oberer war. Die Freundschaft des stark ausgelasteten Erfurter Bischofs, die er mich spüren ließ, ist mir ein Beispiel fürs tägliche Leben. Die gesamte Wallfahrtskollekte, die unverdienterweise für pastorale Aufgaben in meinem Bistum gesammelt wurde, werden wir bald in 25 gleichgroße Teile teilen. Das nämlich ist die Zahl unserer „Seelsorgezentren“, der Orte, an denen Priester im „viermal-Deutschland-großen“ Bistum St. Clemens leben. Dass speziell für pastorale Zwecke gesammelt wurde, spricht für viel mehr als nur für Kenntnis der Sachlage.

Foto: Burkert