Donnerstag, 15. Oktober 2009

9 Jahre seit Weihe der Kathedrale in Saratow


Die Kathedrale des „Bistums St. Clemens in Saratow“ wurde im Heiligen Jahr, nämlich am 15. Oktober 2000, von Herrn Erzbischof Georg Zur, dem damaligen Apostolischen Nuntius in Moskau, geweiht. Unter den Ehrengästen durften wir auch die drei anderen Diözesanbischöfe aus Russland begrüßen, Herrn Weihbischof Melzer aus Köln und Pater Piwowarski vom Hilfswerk "Kirche in Not".

Als Schutzpatrone des Neubaus hatten wir die heiligen Petrus und Paulus gewählt, denn eine Sankt-Clemens-Kathedrale gab es in Saratow bereits seit ca. 100 Jahren. Es war uns nicht gelungen, die von der Sowjetmacht enteignete und zum Kinotheater umfunktionierte Kirche zurückzubekommen. Eine neue Kathedrale mit dem Namen der alten wäre so etwas wie ein Zeichen für Aufgabe der ehemaligen Kirche gewesen. Wir haben sie nie aufgegeben, auch wenn wir sie heute praktisch nicht brauchen.

Falls wir in der 830.000 Einwohner zählenden Stadt Saratow eines Tages noch einmal an Kirchbau denken sollten, dann käme wahrscheinlich eine Kapelle in einem der Randbezirke in Frage, dort, wo viele Menschen in Hochhäusern leben.

Hauptsponsoren des Baus der 100 Sitzplätze zählenden Kathedrale "St. Peter und Paul" waren unsere deutschen Partner "Renovabis" und "Kirche in Not" gewesen. Zur Kirche gehört ein großer Pfarrsaal, sowie kleine Wohnungen für Pfarrer und Kaplan im ersten Stock. Unlängst ist es gelungen, auch die Fundamente zu nutzbaren Kellerräumen auszubauen, so dass inzwischen verschiedene Gruppen gleichzeitig arbeiten, bzw. Gäste (z.B. Jugendgruppen) aufgenommen werden können.

Dem liturgischen Kirchenraum fehlt leider bis heute seine endültige Gestalt. Wir waren beim Bau sehr auf die Meinung des Stadtarchitekten angewiesen, der sich zwar gotische Kathedralen in Westeuropa angesehen hatte, aber sicher nichts von Liturgie verstand. Wir hoffen, vor dem 10. Weihetag der Kirche etwas zu ändern, was aber sehr von erhofftem Rat und nötiger Hilfe abhängen wird.