Donnerstag, 10. Dezember 2009

Ein großes Fest in einem kleinen Dorf


Eigentlich soll es ja auf dieser Seite um das Leben der katholischen Kirche in Südrussland gehen. Nachrichten aus dem Vatikan oder aus Moskau haben da eher Pausenfüllerbedeutung, nicht weil sie unwichtiger wären, sondern nur deshalb, weil man sie auch anderenorts nachlesen kann. Hier aber soll es immer wieder um die gehen, die für die großen (Medien) zu klein sind.
Mit dem Neubeginn kirchlichen Lebens in Russland, Anfang der 90-er Jahre, kamen auch neue Bräuche ins Land, so z.B. das Fest des heiligen Nikolaus. Bis ins doch wohl entlegenste Dorf des Bistums, nach Alexejewka, ist es vorgedrungen. Weil Pater Johannes aus gesundheitlichen Gründen immer noch außer Landes ist, wird er derzeit von einem deutschen Priester vertreten, der sich der Jungen und Alten im Dorf mit großer Hingabe annimmt. Es muss ein schönes Fest im Dorfkirchlein gewesen sein, wie ich aus den Bildern und einem kleinen Brief entnehme.
Gewiss muss man mit neuen „Bräuchen“ vorsichtig sein. Wenn man sich aber das kindlich, aufrichtige Verhältnis der Alten in Alexejewka zur Kirche vor Augen hält, kann man sich vorstellen, dass Sankt Nikolaus (der Aushilfspfarrer) seinen gut vorbereiteten älteren Brüdern und Schwestern die Krankensalbung gespendet hat. Die kleinen bekamen natürlich, wonach ihr Herz verlangte: Schokolade und Apfelsinen.