Sonntag, 13. Dezember 2009

"Pimensche Lesungen"

Im Gedenken an den von 1965 - 1993 in Saratow residierenden Erzbischof Pimen, veranstaltete die russisch-orthodoxe Diözese Saratow vom 10.-13.12.09 zum siebenten Mal die überregionalen "Pimenschen Lesungen". Hinter dem Namen verbirgt sich eine großangelegte, wissenschaftliche Konferenz, begleitet von Gottesdiensten und geistlichen Konzerten. Erstmals waren auch wir als katholische Kirche dazu eingeladen. Generalvikar Mons. Firszt und Schwester Natalia aus meinem Büro nahmen am Tag der Vorlesungen zum Thema "Orthodoxe Kultur: Werte klassischer Wissenschaft, Bildung und Kunst" teil. Zum Abschlußkonzert, in dem der Saratower Kathedralchor seine neue CD life vorstellte (Alexander Kastalsky: Hymnen der Nachtvigil und Göttliche Liturgie), vertraten uns zwei Ordensschwestern der in Saratow tätigen Kongregationen.

Ich hatte Erzbischof Pimen 1991 persönlich kennengelernt, als ich im Juni nach Marx an die Wolga kam. Der ehemalige Pfarrer, Pater Joseph Werth SJ, führte mich damals ins Amt ein und stellte mich verschiedenen Persönlichkeiten im Gebiet vor. Ich erinnere mich an das Abendessen im Holzhaus des Erzbischofs in Saratow, ein freundliches Gespräch zwischen Bildern, Büchern und Andenken. Später trafen wir uns noch einige Male, so z.B. im Sommer 1993 vor der Baustelle der Christkönigskirche in Marx (s. Foto), als uns der Bundesbeauftragte für die Spätaussiedler, Herr Dr. Horst Waffenschmidt besuchte. An jenem Tag beteten wir gemeinsam mit dem orthodoxen Erzbischof und dem evangelischen Politiker in unserem kleinen Bethaus in Marx, in dem Erzbischof Pimen freundliche Worte an die versammelte katholische Gemeinde richtete.