Freitag, 18. Dezember 2009

Hirtenbrief, Beichte und Tankdeckel


Nachdem der Weihnachtsbrief an die Gemeinden endlich aufgesetzt war, brach ich zur „zweiten Schicht“ nach Marx auf, wo ich nach Möglichkeit donnerstags im Kloster zur Beichte zur Verfügung stehe. Schon am Nachmittag zeigte das Auto-Thermometer minus 24 Grad an. Abends bei der Rückfahrt waren es noch zwei weniger. Die Frontscheibe knirschte an den Rändern, wahrscheinlich, weil das Auto immer draußen auf der Straße steht und wir schon einige Tage solche Temperaturen haben. Mehr Sorge machte mir der seit Tagen zugefrorene Tankdeckel. Ein Haar-Föhn brachte gar nichts. „Bei ruhiger Fahrt müsste das Benzin noch bis Saratow reichen“, dachte ich mir. So war es auch. Ich kam bis in den Hof der Kathedrale. Morgen sehen wir weiter. Im Computer schaute ich nochmal den Text für den Hirtenbrief durch. Dann mailte ich ihn über Nacht nach Sotschi, an eine katholische Journalistin, die meine Formulierungen unter die Lupe nimmt und – hoffentlich nicht zu schöpferisch – eingreifen wird, wo es nötig ist. Morgen erwarte ich die Änderungsvorschläge zurück und schicke den Priestern meine Endfassung zu. Die meisten brauchen noch ein/zwei Tage Zeit zum Lesen. Manche setzen Betonungsstriche auf die Wörter. Sind doch fast alle Seelsorger im Bistum Ausländern, und manche davon noch gar nicht lange in Russland. Ich erinnere mich, wie es mir Anfang der 90-er mit den Hirtenbriefen aus Moskau ging…