Sonntag, 27. Dezember 2009

Sonntag in der Weihnachtsoktav


Heute, am Fest der Heiligen Familie, war ich nach Marx eingeladen, um während der Sonntagsmesse ein Kind zu taufen. Die Eltern hatten mich darum gebeten, der Pfarrer war einverstanden, und die Schwestern bestätigten die Taufkatechese von Vater und Mutter. Als ich heute früh bei Regen das dicke Eis vom Auto kratzte, kam mir der erste Zweifel, ob denn wohl die Straße nach Marx überhaupt für den Verkehr freigegeben sein wird. Für die ersten 30 km brauchte ich eine Stunde. Es ging vorwärts, jedoch immer langsamer. Dann die ersten Unfallstellen, querstehende, zerdrückte Autos, auch LKWs, Polizei, Krankenwagen. Stehenbleiben ging nicht auf der glatten, immer irgendwohin abschüssigen Straße. Blieb nur, sich durchzuschlängeln. Als endlich eine Querstraße auftauchte, bog ich ab, um zu halten und den Pfarrer in Marx anzurufen. Pünktlich käme ich sowieso nicht. Ich überließ ihm die Taufe und fasste kurz am Handy meine Predigt zusammen, um die er bat. Dann fuhr ich langsam zurück und verpasste auch in Saratow die Sonntagsmesse. So kam es, dass ich am Fest der Heiligen Familie zu Hause zelebrierte. Schade! Am Abend hatte ich dann die Hausmeisterfamilie der Saratower Pfarrei zu mir eingeladen, wie immer einmal in der Weihnachtszeit. Er ist seit vielen Jahren ein treuer Helfer der Pfarrei, sie arbeitet im Krankenhaus als Psychiaterin, die beiden Kinder lernen in der jüdischen Schule, „viel besser als in einer staatlichen“, sagen die katholischen Eltern. Auch die Schwestern, die bei mir im Büro und im Haushalt arbeiten, kamen zum Abendessen. Es war ein fröhlicher Abend am Fest der Heiligen Familie.