Dienstag, 15. Dezember 2009

Spaziergang nach Feierabend


Nach ein paar endlosen, immer zu kurzen Bürotagen, an denen ich sogar die hl. Messe wegen einer Exerzitienbegleitung hier in der Hauskapelle gefeiert hatte, war es endlich Zeit für einen Abendspaziergang geworden. Draußen ist seit zwei Tagen richtig Winter. Während die breite Wolga längst zugefroren war, hatte es ungewöhnlicher Weise bis vorgestern noch nicht geschneit. Heute aber ist schon alles „in Ordnung“, wie man sich Winter vorstellt. Die minus 20°C spürte ich bald, als ich an meinem Fotoapparat versuchte, einige Belichtungseinstellungen ohne Handschuhe vorzunehmen. Schon einmal unterwegs in der Stadt, wollte ich auch gleich ein paar Feuerwerkskörper für Silvester besorgen. („Männer werden nie erwachsen.“ Zitat von Dieter Müller, Mathe- und Physiklehrer im ehemaligen Norbertinum, Magdeburg) Ich hatte den Laden kaum betreten, da lächelte die Verkäuferin vor sich hin. Erst als sie fragte, ob ich etwas mit dem „Polnischen Kulturhaus“ zu tun hätte, begann ich zu ahnen, dass das mit mir zu tun hat und sie mich schon mal wo anders gesehen hat. „Ihr Gesicht kommt mir so bekannt vor“, meinte sie. Und endlich platzte sie’s heraus: „Sind sie der Bischof?“ Ich weiß nicht, was man in Deutschland davon halten würde, wenn Bischof Soundso in den Laden kommt, um ein paar Knaller zu kaufen. Hier schwankten heute jedenfalls die Gefühle zwischen Schock und heiterer Sensation. – Was kann ich machen?! Ratschläge bitte per Post. (-: