Freitag, 19. März 2010

"Diaspora" auf Russisch

Glücklicherweise sind wir derzeit vier Priester, die in Saratow wohnen: der Pfarrer und Generalvikar, Pater Dariusz, sein Kaplan, Pater Denis, der Dritte ist Pater Michail, der uns zeitweise in der Gemeindeseelsorge aushilft, weil der Pfarrer viel in seiner zweiten Funktion als Generalvikar zu tun hat, und ich bin der Vierte.
Zur 830.000 Einwohner zählenden Stadt Saratow gehören natürlich die umliegenden Ortschaften, unter denen sich drei Außenstationen befinden, an denen regelmäßig Eucharistie gefeiert wird. Jede dieser drei Außenstationen befindet sich in einer anderen Himmelsrichtung. Was sie gemeinsam haben, sind die 200 km bis nach Saratow.
Trotz aller Kontinuität unterscheiden sich die Wochenenden, manchmal sogar sehr. Am kommenden Sonntag haben wir uns z.B. so in die Gottesdienste geteilt:
Der Generalvikar ist für 10 Tage nach Krasnodar gefahren, wo er zwei jungen Priester mit seiner eigenen Erfahrung helfen will, die Zeit gut einzuteilen und das Nötigste zuerst zu tun. Krasnodar liegt 1.210 km von Saratow entfernt.
Der Kaplan fährt am Samstagmorgen für zwei Tage nach Buguruslan. Auch das ist keine Außenstation von Saratow, sondern 600 km weiter, in Richtung Sibirien. Die Gemeinde dort hat seit einem Jahr keinen Seelsorger mehr. Darum haben wir für sie einen speziellen Plan entworfen: Jeden Monat fährt einmal ein Priester aus der „näheren Umgebung“ nach Buguruslan. Im März ist Saratow an der Reihe.
Pater Michail übernimmt am Samstag und Sonntag die Außenstation in Penza (510.000 Einwohner), und ich habe die Gottesdienste in der Kathedrale, bevor ich am Sonntagnachmittag 200 km bergauf-bergab Richtung Süden fahre, wo die Pfarrgemeinde in Kamyshin („nur“ 117.000 Einwohner) um 18.00 Uhr auf ihre Sonntagsmesse wartet.