Dienstag, 30. März 2010

Dienstag in der Karwoche

Heute also feierte ich zum zweiten und letzten Mal in diesem Jahr die Weihe der Heiligen Öle, nämlich mit den Priestern aus dem nördlichen Teil unseres Bistums. 18 Priester waren gekommen. Fast alle mit dem Auto. Der weiteste Anreiseweg betrug 1200 km. Manche hatten Ordensschwestern oder andere Mitarbeiter aus ihren Pfarreien mitgebracht. Als ich eine Schwester, die noch nicht so lange bei uns in Russland ist, vor der Messe fragte, wo ihr Pfarrer sei, antwortete sie: „In der Kapelle.“ Sie meinte unsere Kathedrale, hat sich nur noch nicht ganz daran gewöhnt, dass die Entfernungen bei uns zwar groß sind, die katholische Kirche aber ganz klein. Wie gestern in Krasnodar, predigte ich, ausgehend vom hl. Johannes Maria Vianney und unserer Wallfahrt nach Ars, über den einfachen Umgang mit Gott und den Heiligen, und über die Freundschaft zu Christus, der uns berufen hat, Priester zu sein. Am Ende des Gottesdienstes gratulierten Kinder aus der Gemeinde jedem Priester mit einer weißen Rose. Wie gestern, schlossen sich eine kurze Dienstbesprechung und ein festliches Mittagessen an. Hatten doch alle Priester heute ihre einst bei der Weihe gegebenen Versprechen erneuert. Für die Einzelgespräche im Anschluss hatte ich Zeit, denn ich musste ja nun schon nirgends mehr hin fahren oder gar fliegen. Viele werden nur noch den halben Weg nach Hause zurück fahren und erst morgen wieder in ihren Gemeinden sein. Die beiden Priester aus Alexejewka wollten sich am Steuer abwechseln und durchfahren. Wenn alles gut geht, sind sie morgen früh um 4.00 Uhr zu Hause, dort, wo Pater Johannes Kirchner (verst. 11.01.2010) noch vor vier Monaten als Pfarrer lebte.