Freitag, 5. März 2010

Priesterjahr – Wir pilgern nach Ars

Mit 30 Priestern (das sind derzeit 75 % aller im Bistum tätigen) breche ich in der Nacht zum 10. März zu einer Wallfahrt zur Wirkungs- und Ruhestätte des heiligen Pfarrers von Ars auf. Besser gesagt: Die letzten 700 km fahren wir gemeinsam mit einem Bus, der uns am Priestersemiar in Köln abholt. Dort gibt uns Herr Kardinal Meisner die Möglichkeit uns zu versammeln und ein wenig von den ersten 3.000 km – 4.500 km auszuruhen, die dann jeder schon hinter sich haben wird. Herrn Kardinal Meisner sei ganz herzlich gedankt!
Wir werden im Priesterseminar in Ars wohnen, was ein großes Privileg ist, besonders in diesem Jahr, in dem das kleine Ars doch wohl vor Pilgern aus den Nähten platzt. Der Regens des Seminars hat mit unserem Pfarrer von Naltschik (Nordkaukasus) gemeinsam studiert.
Der erste Tag (10.04.) in Ars steht unter dem Thema: „Priester – Leben als Seelsorger“. Die hl. Messe feiern wir um 17.30 Uhr in der Pfarrkirche von Ars, in russischer Sprache.
Am zweiten Tag (11.04.) lassen wir uns in unseren Überlegungen und Gebeten vom Thema leiten „Priestersein und Eucharistie – Das Herz Jesu als Quelle des Priestertums“. Die hl. Messe feiern wir um 16.15 Uhr in Paray-le-Monial, in der Kapelle, die an die Erscheinungen erinnert, die Christus der hl. Margarita María Alacoque gewährt hatte. Vorher besuchen wir ein für die Kirchengeschichte wichtiges Kloster: Cluny, und ein anderes – durch die Gemeinschaft des hl. Johannes - heute über die Grenzen Frankreichs bekanntes in Rimont. 
Der 12. März steht dann unter dem Leitwort „Priestertum und Liebe bis zur Selbsthingabe – Früchte des Priestertums“. (Die Übersetzung ins Deutsche klingt vielleicht nicht ganz geschliffen.) Es wird Freitag sein. In der Nähe von Lyon werden wir die Gräber verschiedener Märtyrer besuchen, natürlich auch das des hl. Irenäus von Lyon, und den Kreuzweg beten. Am Abend um 19.00 Uhr werden wir die hl. Messe an diesem Tag gemeinsam mit dem Kardinal von Lyon, dem Primas Frankreichs, Philippe Xavier Ignace Barbarin, in seiner Kathedrale feiern. Über Nacht geht es zurück nach Düsseldorf, denn dort gibt es viele günstige Flüge nach Russland. (War das jetzt gegen das Reklameverbot?) Am 4. Fastensonntag (14.04.), der den Namen „Laetare! – Freut Euch!“ trägt, werden alle wieder zurück in ihren Pfarrgemeinden in Russland sein.
Wir wollen uns Mühe geben, die Pilgerfahrt zu dem zu machen, worin auch der Sinn des ganzen Priesterjahres liegt, zu Tagen des Dankes für unsere Berufung, zu Tagen der Erneuerung und tieferen Erkenntnis dessen, was uns geschenkt ist.
Irgendwo im deutschen Sprachraum gibt es einen Wohltäter (eine Wohltäterin?), dessen oder deren Namen auch ich selbst nicht weiß. Ohne die große Spende jener Person wäre selbst die Planung einer so schönen Wallfahrt nicht möglich gewesen. Ich kann nur unser Gebet versprechen und mich mit dem Matthäusevangelium Kapitel 6, Vers 4 trösten: Unser Vater im Himmel, der auch das Verborgene sieht, wird es vergelten.