Freitag, 19. März 2010

"Programmvorschau"

Ein Blick in den Kalender zeigt jedem von uns, wie nahe das Osterfest schon ist. Auf dem Weg dorthin werde ich, wie unten gesagt, am 20./21. März in der Pfarrei Saratow aushelfen und eine Außenstation besuchen.

Am Dienstag kommender Woche, bekomme ich Besuch von Herrn Stephan Kühnrich aus Deutschland, der schon 1993 mein Gast war, als er für den MDR den Film „Mission an der Wolga“ drehte. Ich glaube, „Mitmenschen“ hieß die Reihe. Nun will er sich mit einem Kamerateam mit zwei Autos von Berlin nach Wladiwostok auf den Weg machen… Am Dienstag jährt sich der Tag, an dem 1998 um 12.00 Uhr über Radio Vatikan bekannt gegeben wurde, dass Jerzy Mazur und ich zu Bischöfen in Russland ernannt sind. Ich erinnere mich, dass ich damals einen Exerzitienkurs in Kasachstan hielt, und dass mich Radio Vatikan trotzdem sofort fand, um ein Telefoninterview zu machen. Die Leitung war gar nicht so schlecht, nur meine holprigen Antworten schienen der Bearbeitung würdig. 

Am Mittwoch, den 24. März, darf ich zwei Postulantinnen der Ordensschwestern in Marx einen Einkehrtag halten, bevor sie ihr erstes Ordensgewand erhalten.

Am Freitag, den 26. März, werde ich „Tante Beate“ (Foto) besuchen, die letzte russlanddeutsche Großmutter der Christkönigsgemeinde in Marx. Sie wird 80. Wir kennen uns seit 1990, aus Tadschikistan, wo sie mir sonntags und montags kochte, wenn ich für Kurgan-Tjube, auf einer Hochfläche, 100 km südlich der Hauptstadt, eingeteilt war.

Der 27. März ist der 8. Todestag von Don Bernardo Antonini, dem ersten Rektor des wiedererrichteten Priesterseminars in Sankt Petersburg. Seinen Weg in Russland begann der italienische Professor 1991 mit einem dreiwöchigen „Kaplanspraktikum“ bei mir in Marx. Ich werde an diesem Tag unterwegs nach Rostow sein, wo ich den Palmsonntag (28.03.) mit der größten Pfarrgemeinde unseres Bistums feiere.

Am Nachmittag des Palmsonntags fahre ich mit der Bahn von Rostow nach Krasnodar, wo ich am Montag in der Karwoche (29.03.) in Anwesenheit der Priester aus den drei Süddekanaten die heiligen Öle weihe. Anschließend bleiben nur wenige Stunden für Begegnung und Gespräch, denn schon um 15.10 Uhr muss ich nach Moskau aufbrechen, um die Abendmaschine nach Saratow zu erreichen, wo sich am Dienstag Liturgie und Begegnung für die Priester der drei Norddekanate wiederholen. Nur so ist garantiert, dass die Geistlichen bis Gründonnerstag alle wieder zurück in ihren Gemeinden sind.

Das österliche Triduum (Gründonnerstag, Karfreitag und die Osternacht) feiere ich in der Kathedrale in Saratow. Anschließend, am Ostersonntag, bin ich – fast schon einem Brauch folgend - nach Marx in meine ehemalige Pfarrei eingeladen.

Wenn das Wetter mitspielt, folgt am Ostermontag (in Russland Arbeitstag) ein „Emmausgang“. Doch nun wollen wir erst mal zurückkehren in die Fastenzeit und mit aller Kraft versuchen, das Beste daraus zu machen.