Donnerstag, 4. März 2010

Statistik

Jedes Bistum der katholischen Kirche hat jährlich bis zum 15. März einige statistische Angaben zum vergangenen Jahr nach Rom zu melden. Man kann sie später im Römischen Jahrbuch nachlesen. Wer mit seiner Heimatdiözese vergleicht, wird sehen, was „Diaspora“ bei uns bedeutet. Es ist interessant sich vorzustellen, dass das Bistum St. Clemens in Saratow ungefähr viermal so groß ist wie ganz Deutschland, dass aber hier insgesamt nur halb so viele Menschen leben wie dort. Außerdem „spürt“ man die Entfernungen zwischen unseren Seelsorgezentren, wenn man bedenkt, dass katholische Priester nur in 25 Orten des Bistums leben. Insgesamt haben wir zurzeit 46 Priester für etwa 20.000 Katholiken. Das klingt gut, weil unsere Gemeinden klein sind und wir nur zählen, wer einen aktiven Bezug zur Kirche hat. Die vielen „Nottaufen“ von Großmüttern im 20. Jahrhundert, als es wegen der Kirchenverfolgung keine Priester mehr gab, werden wir wohl nie statistisch erfassen können. Den Priestern stehen 5 Ordensbrüder und 76 Ordensschwestern zur Seite, außerdem 37 Laienkatecheten. Dazu kommen ca. 10 kleine Caritaszentren und ähnliche Einrichtungen mit ihren Mitarbeitern und Freiwilligen. Auch „158 Taufen“ und „53 Trauungen“ mag für ein so großes Bistum nicht viele klingen. Rein statistisch gesehen, haben wir die 42 (von insgesamt 46) ausländischen Priester nicht verdient, von denen übrigens 29 Ordenspriester sind. Mit den Christen und Suchenden im Bistum St. Clemens bin ich dankbar dafür, dass es diese Priester gibt. Die praktische Erfahrung zeigt: Ohne sie hätte die katholische Kirche bei uns kaum eine Chance auf einen Neuanfang in den letzten 20 Jahren gehabt.