Dienstag, 2. März 2010

Stau statt Abendmesse

Wie oft haben ich schon mit der Behauptung gescherzt „Ohne mich fangen die nicht an“ … Heute ist es zum ersten Mal passiert. Obwohl ich früher als sonst von zu Hause losgefahren war, blieb ich wegen eines Unfalls in einer engen Straße im Stau stecken und kam erst in die Kirche, als der Pfarrer schon beim Predigen war. Der viele Schnee der letzten Wochen und Monate ist inzwischen steinhart gefroren und macht ganze Fahrspuren unpassierbar. Straßenbahnschienen sind mit bis zu 20 cm dickem Eis bedeckt. Der Verkehr einiger Linien ist seit 23. Februar eingestellt. Auch das Parken am Straßenrad ist unmöglich. Ich konnte das Auto also nicht einfach stehen lassen und zu Fuß zur Kirche eilen. So kam es, dass ich heute eine Abendmesse ganz allein bei mir zu Hause in der Kapelle gefeiert habe.

Was ich von den Missbrauchsvorwürfen und -fällen – jetzt in Deutschland – höre, macht mich sehr traurig. Ein unerwarteter Kreuzweg für die Kirche. Viele Kreuzwege einzelner „Opfer“ und „Täter“. Und wieder sehr viele, die am Weg stehen, angefangen von der ersten Station? - „Was ihr einem dieser Kleinen getan habt, das habt ihr mir getan“, sagt Christus, wenn auch in einem anderen Zusammenhang. Und dennoch ist er für alle gestorben. Brauchen doch nicht die „Gesunden“ den Arzt, … Wirklich sehr traurig.