Mittwoch, 17. März 2010

Sterbesakramente

In Saretschny, etwas mehr als 200 km von Saratow entfernt, lebt eine ältere katholische Frau, die nun nicht mehr die Strapazen einer Tagesreise zur heiligen Messe nach Penza auf sich nehmen kann, sondern – im Gegenteil – um einen Priester und die Sterbesakramente bittet. Die Gegend wird von meinem Generalvikar betreut, der an den Wochenenden dort als Seelsorger tätig ist und manchmal vom Saratower Kaplan vertreten wird. Saretschny ist eine „geschlossene Stadt“ mit 62.000 Einwohnern. Man darf sie nur mit Passierschein betreten. Die von mir, wegen der auf einen Priester wartenden Großmutter, unterschriebene Bitte um Einlass eines katholischen Priesters wurde von der Stadt abgelehnt. Auf dem Weg über die Apostolische Nuntiatur in Moskau und das russische Innenministerium, kam nun gelbes Licht. Wir müssen nur noch den ärztlichen Nachweis bringen, dass die Frau im Sterben liegt und die Personalien eines katholischen Priesters russischer Staatsbürgerschaft mitteilen, der dann voraussichtlich die Erlaubnis zum Besuch bekommen wird.
(Foto: offizielle Web-Seite der Stadt Saretschny)