Freitag, 16. April 2010

"Ascherfreitag"

Heute besuchte mich Pater Nikolaij OFM Conv. aus Moskau in schwerer Mission. Er wollte und musste mir mitteilen, dass die Franziskaner waehrend ihres Regionalkapitels in Russland beschlossen haben, zwei Niederlassungen zu schliessen, eine davon in meinem Bistum. Es handelt sich um die kalmykische Hauptstadt Elista, zu der zwei weitere, kleine Pfarrgemeinden gehoeren. Sowohl nach Wolgograd (im Norden), als auch nach Astrachan (im Osten) sind es je 300 km. Dort wirken die Nachbarpfarrer. Leider war die Schliessung der Niederlassung nicht alles, was sich aendern soll. P. Stanislaw, der Pfarrer von Astrachan, wird ins Kloster nach Sankt Petersburg versetzt. - Eine sehr schwerwiegende Entscheidung, die mir da mitgeteilt wurde.
Ab dem spaeten Nachmittag hatte ich dann im Noviziatskloster in Marx zu tun, wo ich nun doch wohl auch uebernachten werde. Der Computer hier bietet mir Chinesisch und Japanisch an, aber kein Deutsch. So kommt es zu der Umlautschreibweise ohne Puenktchen drueber: “ae”, “oe”, “ue”. Schwester Maria, die Hausoberin, ist heute mittag mit dem Zug nach Moskau gefahren. (Ankunft morgen gegen 8.00 Uhr.) Wir machen uns Sorgen wegen der gestrichenen Fluege. Sie moechte morgen in den Urlaub zu ihrer Mutter nach Deutschland fliegen. Was wird sie 1.000 km von Marx und 3.500 km von Hannover tun, wenn nichts fliegt?
Obwohl ich wusste, dass es in aller naechster Zukunft kommen musste, machte es mich heute ein bisschen wehmuetig, als ich bei der Ankunft in Marx dazu kam, wie man begann, das alte Pfarrhaus abzureissen. Ich habe sieben Jahre darin gewohnt, auf 47 qm, ohne Wasserleitung und WC. Ein Haus mit einer sehr lebendigen Geschichte. Das dokumentierende Foto kann ich erst morgen einstellen.

(Foto: Marienbild in Elista, Republik Kalmykien)