Freitag, 2. April 2010

Ein Gebet zum Karfreitag

1978, also im Jahr, in dem ich ins Norbertinum, das Vorseminar in Magdeburg, eintrat, schrieb Kardinal Joseph Ratzinger in seinen Betrachtungen zur Fastenzeit folgendes Gebet:

„Herr, Jesus Christus, gib uns, an diesem Karfreitag hinzuschauen auf dich, auf dein durchbohrtes Herz. Gib uns, dass unsere Augen und unser Geist, die so viel Eitles und Gemeines trinken Tag um Tag, einmal durch all die Kulissen dieser Zeit hindurchschauen auf das wahrhaft Rettende: auf dich, das gestorbene Weizenkorn, aus dem die hundertfältige Frucht der Liebe gekommen ist, von der wir alle leben. Herr, wie zaudern wir, wie wehren wir uns, wenn du uns als Weizenkorn nehmen willst, wenn du uns herausnehmen willst aus der kleinlichen Hut der Selbstbewahrung, in die wir uns großsprecherisch verkrochen haben. Ach, du weißt, wie schwach wir sind, wie wenig Dunkel wir zu tragen vermögen, wie ängstlich wir festhalten an uns selbst. Mach du uns frei; führe uns hinüber über die Schwelle unserer Furcht, und was wir nicht vermögen, schenke du uns aus dem nie versiegenden Reichtum deines geöffneten Herzens. Amen.“

Text: Kyrios-Verlag, 1978
Bild: L‘ Osservatore Romano, 2007

Erstmals wollen wir heute in unserer Kathedrale die Karfreitagsliturgie um 15.00 Uhr feiern. Manche werden vom Arbeitgeber nicht frei bekommen. Die Kirche bleibt bis 20.00 Uhr geöffnet, so dass für jeden Zeit zum Gebet bleibt, auch nach Arbeitsschluß. Außerdem bieten wir Beichtgelegenheit bis in den späten Abend an.