Freitag, 2. April 2010

Karfreitagsliturgie um 15.00 Uhr statt am Abend

Fast 70 Gläubige hatten sich heute zur Karfreitagsliturgie in unserer Kathedrale versammelt. „Wenig, für eine Kathedrale!“ werden Außenstehende sagen. Ich kann nur antworten: Das ist unsere Diaspora, das, was übriggeblieben ist, nach einem Jahrhundert, das von Kirchenverfolgung bestimmt war. Und doch waren es nicht die „Übriggebliebenen“, denn die sind zum Großteil ausgewandert oder verstorben. Es sind Menschen auf der Suche nach Gott. Vor 20 Jahren hat so gut wie keiner von ihnen an Beten gedacht. Ich erkannte unter den Gesichtern heute in der Kathedrale eine Frau, die Ostern 2009 hier in der Kirche getauft wurde, nachdem sie Ostern 2008 zum ersten Mal im Leben eine katholische Kirche betrat. Ich erinnere mich gut an das Gespräch vor zwei Jahren. Damals war ich mir nicht sicher, ob sie den langen Weg der Vorbereitung durchhalten würde. Wohnt sie doch außerhalb der Stadt und hat kein eigenes Fahrzeug. Irina heißt sie, fällt mir jetzt ein. Auch viele andere Gesichter kannte ich gut. Und wieder andere habe ich heute kennengelernt, auf besondere Weise: in der Beichte. – Wenn ich für unsere Pfarrer einspringen darf, ist das immer eine echte Freude für mich.