Dienstag, 6. April 2010

Ostern - überkonfessionell

Es wird doch wohl schon 10 Jahre her sein, dass die junge Großmutter einer zweijährigen an Leukämie erkrankten Maria 100 km bis nach Marx gefahren kam, um bei mir Hilfe für ihr krebskrankes Enkelkind zu erbitten. Die Frau war orthodoxe Christin, die es ernst nahm mit dem Glauben. Ich war sehr beeindruckt von der ungewöhnlichen Begegnung. Konnte ich ihr doch nichts versprechen. Zwar fanden wir später tatsächlich einen Fußballer in einem deutschen Fußballklub am Main, der bereit war, die große Summe für eine Knochenmarktransplantation zu geben. Es war aber schon zu spät. Maria starb. In dieser Zeit lernte ich ihre Eltern kennen und den Onkel, der im orthodoxen Priesterseminar in Saratow lernte. Einige Tage nach der Beerdigung besuchte ich die Familie in Balakowo, 100 km Wolga aufwärts. Man sagt dort, dass das Atomkraftwerk in der Stadt Schuld an vielen Blutkrankheiten sei. Wir standen gemeinsam am Kindergrab… Später schrieb mir Oksana, Marias Mutter, dass sie wieder ein Kind hätten. Von Zeit zu Zeit trafen wir uns auch, zum Beispiel, wenn Jurij, der Ehemann, beruflich in Saratow zu tun hatte. Sie fuhren dann gewöhnlich zu zweit hier her. Und heute bekam ich einen Ostergruß mit Bild von dieser orthodoxen Familie, die inzwischen zu viert ist, wie man sieht. Auf der Durchreise in eine der Gemeinden nordwestlich von Saratow, muss ich demnächst wieder mal in Balakowo vorbeischauen!