Mittwoch, 14. April 2010

Trauer um die Verunglückten bei Smolensk

Die Anwesenheit der katholischen Kirche in Russland hat seit Jahrhunderten mit den hier lebenden nationalen Minderheiten zu tun. Eine davon, ist die polnische. Auch stammen über 50 % der Seelsorger im heutigen Bistum Sankt Clemens in Saratow aus Polen. Der tragische Tod des polnischen Präsidenten Kaczynski und 95 weiterer Flugzeuginsassen am vergangenen Samstag, hatten großes Mitgefühl unter der russischen Bevölkerung ausgelöst. Am Montag war ein Staatstrauertag ausgerufen. Weil ich noch unterwegs war, konnte ich erst gestern Abend ein Requiem in der Kathedrale feiern. Viele Gläubige waren gekommen, nicht nur katholische, denn nicht wenige der verunglückten Passagiere der Präsidentenmaschine waren früher in Saratow gewesen. Ein Parlamentarier des Gebiets Saratow nahm mit ungefähr 10 Vertretern verschiedener nationaler Minderheiten am Gottesdienst teil. Am Tag vorher besuchte mein orthodoxer Mitbruder in Saratow, Bischof Longin, die Kathedrale und trug sich als Erster in ein Kondolenzbuch ein, das wir in die polnische Botschaft nach Moskau übergeben wollen. Gestern waren auch Saratower Fernsehen und Presse anwesend. Das habe ich persönlich zum letzten Mal im Jahre 2002 erlebt, als man gegen die Errichtung katholischer Bistümer polemisierte.