Samstag, 12. Juni 2010

Dörfer im Gebiet Krasnodar

Seit drei Jahren lebt ein irischer Herz-Jesu-Missionar in Sadovyj, einem Dorf, das ich auf keiner Landkarte finden konnte, und von wo aus er ein halbes Dutzend weiterer Doerfer besucht, von denen ich nie etwas gehoert haette, waere nicht dieser Priester gewesen. Vor ueber 15 Jahren hatte ich meinen Brief ueber die "Entdeckung" des Dorfes Alexejewka in Baschkirien mit den Worten beendet: "Wieviele Alexejewkas wird es noch geben?" Hier nun der Beweis, dass es sie gibt. 300 km von unserer Pfarrgemeinde in Krasnodar entfernt, also 1500 km von Saratow, liegen diese Doerfer dicht beieinander, in malerisch schoener Landschaft: die Huegel - gruen, die Felder - bewirtschaftet, am suedlichen Horizont ziehen sich die schneebedeckten Hoehen des Kaukasus von einem Ende zum anderen. Es war ein Geschenk fuer mich, zweieinhalb Tage bei Pater Con wohnen zu duerfen. Frueh zeitig findet man den Dreiundfuenfzigjaehrigen in seiner Kapelle, wo er still betet. Spaet abends waescht er ab und bereitet seine Taschen fuer den naechsten Tag vor. Er wohnt allein, kennt nicht nur alle Nachbarn mit Namen, isst kein Fleisch und steckt immer voller Ideen. Sein Wesen erinnert an die eifrigen irischen Missionare, von denen ich als Student in Kirchengeschichte gehoert hatte. Die Gottesdienstraeume in seinen Doerfern sind zu klein und in baufaelligem Zustand. "Bruchbuden", die er gekauft hat, in der Hoffnung auf Entwicklung. Am Donnerstag waren wir 250 Erwachsene und Kinder zur Messe! Ich bin froh, dass ich gerade dort bei Pater Con das Priesterjahr (19.6.2009 - 11.6.2010) in unserem Bistum beenden durfte.