Mittwoch, 23. Juni 2010

Gericht schließt Pfarrkirche in Samara

Gestern Abend haben Presse und Fernsehen gemeldet, dass unsere neugotische Pfarrkirche in Samara durch Gerichtsbeschluß für (vorerst) 60 Tage geschlossen wurde. Die Feuerwehr hatte - ohne Wissen des Pfarrers - gerichtlich gegen uns geklagt, weil deren Auflagen nicht pünktlich nachgekommen wurde. Ich sehe das Problem seit längerer Zeit, war deshalb auch neulich spontan nach Samara gefahren.
Es gibt kaum noch katholische Kirchen in Russland, die die gottlosen Jahrzehnte des letzten Jahrhunderts überstanden haben. Sie sind Leuchttürme der Hoffnung, aber auch leider eine Last für unsere kleine Diasporakirche. Ich befürchte, dass wir einem Teil der Auflagen nicht nachkommen können. Manches ist überzogen und unrealistisch. Die Gemeinde sammelt schon ein ganzes Jahr lang Geld für diese Sache. Anfang Juni war mein Generalvikar in Samara, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Er wird nach seinem derzeitigen Urlaub mehr in Samara als bei mir in Saratow sein, nicht nur dieser Sorge wegen.
Wir haben keinen Raum in der Millionenstadt, in dem sich die Gemeinde am kommenden Sonntag zur Eucharistiefeier versammeln kann. Ich bekam die Nachricht vor einer halben Stunde. Mir bleibt nur, unterwegs zu überlegen, was wir tun können. In einer Stunde beginnt mein Urlaub… - Alles auch wirklich ein Grund zum Beten.