Samstag, 5. Juni 2010

Besuch in Togliatti

Nach meiner Rückkehr aus Togliatti (und Marx), bleibt mir nicht viel Zeit bis zum Aufbruch nach Krasnodar. Während ich heute, am Samstag, noch einmal mit meinem Generalvikar Absprachen für den kommenden Monat treffen konnte, - denn bis 9. Juli werden wir uns wegen unterschiedlicher Verpflichtungen und Urlaubs nicht sehen -, feiern wir morgen Fronleichnam in der Kathedrale, sogar mit einer kleinen Prozession auf dem engen Weg um die Kirche. Vielleicht sieht man etwas davon über die städtische Webcamera, so gegen 09.00 Uhr ME(S)Z? (Nein. Ich sehe gerade, unsere Kirche an der Kreuzung wird größtenteils von den Blättern eines Baumes verdeckt.)

Sehr kurz zusammengefasst, möchte ich nach meinem Togliatti-Besuch am Donnerstag erzählen, dass dort am Abend 115 Gläubige zum Gottesdienst in die kleine Holzkirche gekommen waren, obwohl es Arbeitstag war, und obwohl wir draußen +35°C hatten und innen viel mehr. Ausnahmen bestätigen die Regel: Obwohl ich im Advent 2009 in einem Brief an alle Pfarrer im Bistum geschrieben hatte, was ich seit längerem bei verschiedensten Anlässen wiederholt hatte, dass nämlich jetzt nicht Zeit zum Bauen ist, kann ich nicht bestreiten, dass die Pfarrgemeinde in Togliatti eine Kirche braucht. Sehr ungewöhnlich für unsere Situation in Russland, haben wir es hier mit einer Pfarrgemeinde zu tun, in die Eltern (d.h. auch Väter!) mit ihren Kindern zur Kirche kommen. Die Gemeinde hat Zukunft! Wir haben ideales Bauland, führen Gespräche mit einem Architektenbüro und junge, enthusiastische Seelsorger. Schon vor 12 Jahren, als ich die mit Hilfe von Renovabis und einem Verein aus Ampfing erbaute Holzkirche weihte, gab es ein Projekt für eine größere Kirche in der 400.000 Einwohner zählenden Autostadt. (Hier wird der „russische Fiat“ gebaut.) Mehrmals musste ich bremsen und sogar ablehnen. Inzwischen ist die Gemeinde deutlich gewachsen. Jetzt sind wir bei einer realistischen Lösung angelangt…