Mittwoch, 30. Juni 2010

Russischer Brief aus Mexiko

In den deutschstämmigen Familien, die nach Zusammenbruch der Sowjetunion, Anfang der 90-er Jahre, aus den ehemaligen Sowjetrepubliken Tadschikistan und Usbekistan zu uns an die Wolga gekommen waren, gab es viele Kinder, die ich im Religionsunterricht, bei Hausbesuchen und Religiösen Kinderwochen kennenlernte. Eins der Kinder hieß Lena. Ein Erstkommunionfoto ihrer Gruppe steckt noch in meinem Marxer Album. Sie lebte damals in einem perspektivlosen Dorf, schaffte aber nach zwei Anläufen den Sprung in die Uni und wurde Deutschlehrerin. Gleichzeitig festigte sich ihre Freundschaft mit den Missionsklarissinnen, die in Saratow lebten. Später trat sie dort ein. Im vergangenen Jahr legte sie ihre ersten feierlichen Ordensgelübde in Mexiko ab. Sie wurde dann von ihrer Ordensgemeinschaft mit der Arbeit unter Jugendlichen in Mexiko betraut. Ich dachte schon, wir hätten sie für immer "verloren". Doch in ungefähr zwei Monaten wird sie zu uns nach Russland zurückkehren, um in einer der Pfarreien im Bistum Sankt Clemens mitzuhelfen. Darüber freuen wir uns alle sehr. (Das Foto aus Mexiko bekam ich heute als Anhang einer E-Mail von Lena.)