Montag, 7. Juni 2010

Unvorhergesehenes akzeptieren

Umplanen, Termine verschieben, neu koordinieren, … Wer macht das gern?! Nachdem wir vor Sonnenaufgang in Marx gestartet waren und den kuehlen Morgen, wie auch die freien Strassen, eine halbe Stunde lang genossen hatten, musste ich feststellen, dass unser Kleinbus zwar aus der Werkstatt zurueck, jedoch nicht repariert war. Ein ernstes Problem mit der Radaufhaengung vorn rechts und eine halb reparierte Servolenkung, bewegten mich umzukehren. Ich hoffe, dass mir der Pfarrer in Marx seinen Kleinbus borgt und ich ihm den Saratower ueberlassen darf, nur muss auch jener kurz in die Werkstatt, wie wir noch gestern Abend bemerkt hatten. Die aber beginnt nicht vor 9.00 Uhr zu arbeiten.
Sicher ist schon, dass ich die 1.300 km heute nicht mehr schaffe. Darum werde ich die hl. Messe noch hier in der Pfarrkirche in Marx feiern, (wo mich heute vor 12 Jahren der Apostolische Nuntius John Bukowski zum Bischof geweiht hat). Das Treffen mit vier Priestern aus den Sueddekanaten, das ich fuer morgen Mittag in Krasnodar angesetzt hatte, faellt aus. Ob wir in Wolgograd, Novotsherkassk oder Rostow uebernachten, haengt von der Werkstatt ab, die den Marxer Kleinbus durchsehen muss.
Autos in der Diaspora sind unersetzlich. Wer die Wege bei uns kennt, besonders die auf die Aussenstationen, koennte verstehen, warum ein Fahrzeug bei uns nach 100.000 km schon echt alt ist. (Die kostbaren Kleinbusse sind noch viel aelter.) Minderwertiger Kraftstoff und Unehrlichkeit beim Fahrzeug-Service kommen dazu. Im Notfall fahre ich mit meinem Auto nach Krasnodar. Schade waere nur, dass die 4 Novizinnen, fuer die das der einzige Ausflug zu Schwestern innerhalb des zweijaehrigen Noviziats gewesen waere, dann nich mit koennen.