Dienstag, 27. Juli 2010

Zurück an der Wolga

33 Grad im Dunkeln (im Schatten konnte man ja nicht mehr sagen), zeigte das Thermometer an, als ich 22.15 Uhr in Saratow durch's Heck aus der Maschine stieg. Das nahm mir den letzten Enthusiasmus, noch einen Text über die vergangene Reise zusammenzustellen. Eins der bereits vorhergehenden Argumente war jenes, dass gerade das, was für mich besonders wichtig in den vergangenen Tagen war, nicht ins Internet passt. Aus verschiedenen Gründen.

So habe ich mich entschlossen, nur ein paar bildliche Eindrücke auszustellen, zum Beispiel das unverhoffte Treffen mit dem Pfarrer und einer Feriengruppe aus Vladikavkaz, an einem Wasserfall mitten im Kaukasus, die Begegnung mit Pater Laurent und den Schwestern von Mutter Teresa aus Naltschik, sowie einem durch sein Vertauen und seinen Mut beeindruckenden protestantischen Pastor, der seit 6 Jahren mit Drogenabhängigen arbeitet. Danach: eins der assyrischen Kinder unserer Pfarrei in Nowopawlowsk, aufmerksame Predigtzuhörer(innen) in Kislowodsk und zuletzt, das Türschloss der Tupolew 154, die mich gut in den Kaukasus und zurück gebracht hat:






Alles Nebensachen, nicht wahr? Aber wie gesagt, die Hauptsachen passen nicht immer ins Internet. Und einen trockenen Rechenschaftsbericht wollte ich nachts auch nicht schreiben. Ich bin diese Woche nur zwei Tage im Büro. Morgen (heute) früh hätte das Verfassen eines Rückblick sowieso keine Chance.

Soeben (0:42 Uhr) bekomme ich die Nachricht vom Pfarrer aus Samara (via "skype"), dass bei der heutigen, erneuten Gerichtsverhandlung Beweise unseres Bemühens um die Erfüllung der Brandschutz-Auflagen gefordert wurden, die wir möglicherweise in der verlangten Form nicht bringen können. Er hat eine Frist bis Donnerstag bekommen. "Es besteht die Gefahr, dass uns die Kirche wieder geschlossen wird", schreibt er.