Dienstag, 10. August 2010

Für 3 Jahre nach Sibirien

Nach dem IV. Diözesan-Jugendtreffen in Rostow-am-Don, machte sich Marcus Nowotny mit einem klapprigen Volkswagen LT auf den 2.200 km langen Weg ins westsibirische Nachbarbistum nach Tscheljabinsk, wo er ab 1. September 2010 Pfarrer sein wird. Seinem Wunsch entsprechend, habe ich ihn für 3 Jahre für die Seelsorge im Bistum der Verklärung des Herrn freigestellt. Es gibt im Kirchenrecht einen Kanon, der besagt: „Klerikern, die in Gebiete mit schwerem Klerikermangel überwechseln wollen, um dort das geistliche Amt auszuüben, darf der Diözesanbischof, wenn er sie dazu für bereit und geeignet hält, die Erlaubnis dazu nur im Falle eines wirklichen Erfordernisses der eigenen Teilkirche versagen; …“ (CIC, can. 271 § 1) Überall könnte man über Priestermangel klagen. Fakt ist, dass wir keine unbesetzte Gemeinde im Bistum haben, die so groß wäre, wie die in Tscheljabinsk. Und außerdem: Aufgrund jenes Paragraphen durfte ich 1990 das Bistum Dresden-Meißen in Richtung Osten verlassen... Die katholische Pfarrgemeinde in Tscheljabinsk hat eine große Infrastruktur. Dieser Tage wird dort der bisherige Pfarrer, P. Wilhelm Palesch, aus dem Bistum Erfurt, verabschiedet. Er war für die meisten der heutigen Katholiken in Tscheljabinsk der erste Priester gewesen, dem sie in ihrem Leben begegnet waren. Marcus Nowotny, geweiht 23.11.2001 in Saratow, stellt sich einer großen Herausforderung. Vom Bischof in Novosibirsk wurde ihm ein Vikar (Kaplan) zugesagt. Auch Ordensschwestern und nicht wenige engagierte Laien werden zu seinen Mitarbeitern gehören. Gern empfehle ich ihn und seine neuen Aufgaben Ihrem Gebet.