Samstag, 4. September 2010

Ankunft im Bistum St. Josef in Irkutsk

Trotz schlechten Wetters, landete unsere Boeing 767-300 von Moskau (ab 21.15 Uhr) heute Morgen um 7.40 Uhr puenktlich in Irkutsk. Welcher Fluggast kennt nicht das erleichterte Klatschen mancher Passagiere im Moment des Aufsetzens der Maschine! Hier in Irkutsk klatschen sie etwas spaeter, seitdem eben dieser Nachtflug von Moskau vor ein paar Jahren ueber die Landebahn hinaus gerast war und alle Insassen starben.
Bischof Kyrill stand persoenlich am Flughafen, um mich abzuholen. Heute endeten hier Exerzitien fuer Priester. Das 10-jaehrige Weihejubilaeum der Kathedrale ist in der Stadt bekannt. Die Medien haben darueber berichtet, z.B. ueber zwei unserer Ausstellungen, ein Konzert und andere Momente im Vorfeld des morgigen Tages.

Ich moechte "Anapa" nicht uebergehen. Auch dort feierten wir 10 Jahre Kirchweihe. Da wir den Kirchbau dem Paderborner Pfarrer Kaiser verdankten, der uns die Ersparnisse seines Lebens (seit 1945) fuer den Bau schenkte, waren damals er selbst, aber auch Erzbischof Degenhardt mit Generalvikar und einer ganzen Pilgergruppe angereist.
Natuerlich fiel das Jubilaeum bescheidener aus als die Weihe selbst. Dennoch bezeugten viele Gottesdienstbesucher der Pfarrgemeinde am Schwarzen Meer, dass sie schon lange kein so bewegendes Fest erlebt haetten. Jugendliche, die ich im Sommer beim Dioezesanjugendtreffen kennengelernt hatte, kamen mit ihren juengeren Geschwistern und stellten sie mir vor. Dankbar und immer noch mit ein wenig Trauer, erinnerten sich nicht wenige an ihren hier vor 5 Jahren verstorbenen Pater Jozef. Die Nachricht von seinem unerwarteten Tod erreichte mich auf dem Weltjugendtag in Koeln. Ich reiste sofort ab, war aber bei der Vigil und der Abschlussmesse mit Papst Benedikt wieder dabei.
Pfarrer und Kaplan hatten diesmal eine "Ueberraschung" fuer mich Nichtschwimmer geplant: eine Bootsfahrt auf's Meer hinaus. Gluecklicherweise war sich der Kapitaen des Sechssitzers selbst nicht ganz sicher, ob man es wagen sollte. Auf die Frage, was wir von 4 Meter hohen Wellen halten, antworteten meine Gastgeber schneller als ich. Auch vom Ufer aus war es imposant, auf's Wasser zu schauen.

Uebrigens: Praesident Medvedev (siehe 31.08.2010) hat Marx auf der Umgehungsstrasse links liegen gelassen.