Donnerstag, 9. September 2010

Bombenanschlag in Vladikavkaz

Ungefähr in dem Moment, als ich heute vormittag mein Flugticket für nächste Woche nach Vladikavkaz im Internet buchte, 10.20 Uhr, explodierte dort auf dem zentralen Markt der Stadt eine Autobombe, da, wo vor Jahren geschah, was ich am 14.09.2009 hier im Blog schrieb: "... Es war Mittagszeit. ... Die Tochter bat ihre Mutter, dann doch wenigstens mit ihr auf den Basar zu gehen und etwas einzukaufen. Gesagt - getan. Dort aber brach die Hölle über sie herein. Mitten im Markttreiben explodierte plötzlich eine Bombe. Wanda, so heißt die Frau, war schwer verletzt und sah als Letztes, so habe ich verstanden, wie ihre Tochter auf dem Boden kroch, bevor sie das Bewußtsein verlor. Dass ihrer Tochter durch die Explosion ein Bein abgerissen wurde und sie noch auf der Straße verstarb, bevor Hilfe kam, erfuhr die Mutter Wochen später." In den ersten Meldungen wird heute von 9 Toten und 50 Verletzten gesprochen. Ich versuchte sofort, den Pfarrer anzurufen, kam aber nicht durch. Jetzt eben rief er zurück. Es war gut, seine Stimme zu hören. Ob auch dieses Mal jemand aus unserer Gemeinde durch den schrecklichen Anschlag verunglückt ist, weiß er noch nicht. Ein Auto flog am Haupteingang zum Basar in die Luft...
(Foto Ottmar Steffan: Blumen auf der Straße, kurz nach einem Terroranschlag in Vladikavkaz)