Donnerstag, 23. September 2010

"Der Wille Gottes ist immer konkret."

Wenn ich vom 25.-30. September wieder einen Exerzitienkurs für Ordensschwestern übernehmen werde, ist es deshalb, weil ich für einen Pater einspringe, der zugesagt hatte und aus Kasachstan kommen wollte, aber nun, wie die meisten Geistlichen dort, unter den Visabestimmungen des neuen kasachischen Ausländergesetzes leidet. Ich kann mich erinnern, wie mich der damalige Apostolische Nuntius am 8. März 1998 in Moskau fragte, was ich in den Wochen vor meiner Bischofsweihe vorhabe. Auf die Antwort „Schwestern-Exerzitien“ sagte er: „Das ist dann aber zum letzten Mal.“ Ja, wahrscheinlich, Bischöfe haben anderes zu tun. Es ist ja auch tatsächlich ein bisschen unfreiwillig dieses Mal. Aber die Schwestern sitzen lassen…!? Von der Wichtigkeit jährlicher Exerzitien für Priester und Ordensleute bin ich überzeugt. Im Blick auf das eigene geistliche Leben sind sie gerade in unserer Zeit lebensnotwendig. „Wachsen in der Liebe“ – so beschrieb mein geistlicher Begleiter, Prof. Heinz Schürmann, den Sinn von Exerzitien. Wer hätte das nicht nötig? Und außerdem sind unsere Ordensschwestern "Multiplikatoren". Bei der Entscheidungsfindung, welche Tat im Moment wichtiger und welche verschiebbar ist, spielt das eine große Rolle. Eine der positiven Seiten solcher Exerzitienkurse ist, dass ich dann eine ganze Woche nicht reisen kann, bzw. muss.