Sonntag, 5. September 2010

Ein großes Fest in Ostsibirien

Die Diözese St. Josef in Irkutsk
auf der Karte der Russischen Föderation
(wikipedia)
Das zehnjährige Weihejubiläum der Kathedrale in Irkutsk war natürlich ein Fest ganz anderen Maßstabs als das in Anapa. Priester dieser größten Diözese der Welt waren nach ihren Exerzitien hier geblieben, um mitzufeiern. Jugendliche Wallfahrer hatte schlechtes Wetter nicht abgeschreckt, einen Zwei-Tage-Weg zu Fuß zurückzulegen. Ordensschwestern, die auch gleich noch ab Sonntagabend zu Exerzitien an den Baikal eingeladen sind, und andere Pilger waren gekommen. Wie klein ist doch das Bistum Sankt Clemens im Vergleich mit den Ausmaßen von „Sankt Josef“, das von Norilsk bis Wladiwostok reicht, von Krasnojarsk bis Anadyr!

Parlamentarier aus Polen füllten zwei Bankreihen. Beauftragte der Stadt und vom Distrikt waren da, um zu gratulieren. In den Kirchenbänken entdeckte ich einen protestantischen Pastor, einen jüdischen Rabbiner und Buddhisten. Mit manchen kam ich beim anschließenden Empfang ins Gespräch. Der offizielle Teil begann mit einem Vortrag, der an die vergangenen 10 Jahre und ein wenig Vorgeschichte erinnerte. Es folgten einige Grußworte, das des Apostolischen Nuntius, danach schriftliche Gratulationen der Bischöfe, die nicht kommen konnten. Um 11.00 Uhr begann die heilige Messe, die mit einer Prozession um die Kathedrale endete, bevor weitere Gratulationen folgten. Ich durfte predigen. Erst nach insgesamt dreieinhalb Stunden zogen wir wieder in die Sakristei zurück, (was aber nicht an meiner Predigt lag). Am Rande fiel mir auf, dass die Kinder hier guten Religionsunterricht haben müssen. Sie orientieren sich gut im Gottesdienst und in der Kirche allgemein, und sie gehen freundschaftlich miteinander um.