Dienstag, 28. September 2010

Gruss aus Marx a. d. Wolga

Pfarrkirche in Marx. Links das Kloster,
rechts im Haus befindet sich u.a. das
Caritas-Kinderzentrum
Der Exerzitienkurs mit 15 Ordensschwestern in Marx ist schon ueber die Halbzeit hinaus. Am 1. Oktober werden drei von ihnen ins Noviziat aufgenommen, die meisten anderen erneuern ihre sogenannten zeitlichen Geluebde fuer ein weiteres Jahr, was u.a. davon zeugt, dass alle noch sehr jung sind.
Nebenbei gibt es hier grosse Sorgen um fuenf Kinder (6-15 Jahre), die auch ich ein wenig aus dem Religionsunterricht kenne. Sie sind in den letzten Monaten von einem Kinderheim ins andere verlegt worden, und von dort sollen sie in wenigen Tagen nochmals "verschickt" werden. Je zwei, bzw. drei sind Geschwister, die dann nicht mehr zusammen aufwachsen werden. Grund sind die erziehungsunfaehigen Eltern. Von den vier Vaetern sind uns drei voellig unbekannt, der andere sitzt im Gefaengnis. Beide Muetter sind Alkoholikerinnen. Es hat keinen Sinn, die Geschichten ausfuehrlicher zu erzaehlen. Ich sehe auch noch keinen wirklichen Ausweg. Was in so einem Fall aus deren Religionsfreiheit wird, wenn die naechste katholische Kirche z.B. Hunderte Kilometer entfernt ist, hat vielleicht noch nie jemand gefragt, bzw. spielt vom Recht her keine Rolle. Den Kindern wird fehlen, was den Eltern gefehlt hat: Liebe.
"Schwierige wirtschaftliche Verhältnisse haben viele russische Familien zerstört: Arbeitslosigkeit, beengte Wohnverhältnisse und Hoffnungslosigkeit, dazu kommen Alkohol und Drogen. Die Leidtragenden sind die Kinder. Ihre Eltern vernachlässigen und misshandeln sie. Vielen russischen Eltern wird deshalb das Sorgerecht entzogen. So bieten Kinderheime oft die einzige Zuflucht in der Not. Doch das Abschieben der hilfsbedürftigen Kinder hat Folgen: Etwa 30 Prozent der ehemaligen russischen Heimkinder begehen Selbstmord, weit mehr als die Hälfte werden alkoholkrank. Nur Wenige schaffen es, im Leben klar zu kommen." (lebensbruecke.de)