Montag, 4. Oktober 2010

Versetzungen

Gestern wurde in den Sonntagsgottesdiensten der „betroffenen“ Gemeinden im Bistum die Versetzung von fünf Priestern im Laufe des kommenden Monats bekanntgegeben. Ich kann mir die Reaktionen vorstellen. Schon Professor Sonntag, der ehemalige Kirchengeschichtler in Erfurt, redete uns Seminaristen in seiner unverwechselbaren Art ins Gewissen: „Meine Herren! Wenn ihre Gemeinde eines Tages, bei Ihrer Versetzung nicht Rotz und Wasser heult, dann – glauben sie mir – haben sie versagt.“ Dass es gleich fünf Versetzungen sind, ist natürlich ungewöhnlich. Ausschlaggebend war die mehrmalige und berechtigte Bitte eines jungen Priesters, ihm die Möglichkeit zu geben, bei einem in der praktischen Seelsorge erfahreneren Pfarrer zu lernen, statt heute schon mit Pfarrerspflichten beladen zu sein. Er war als Lückenbüßer eingesprungen, als ein Pfarrer unerwartet und schon wenige Wochen nach seinem Entschluss, in sein Heimatland zurückgekehrt war. Drei der o.g. fünf sind Vikare (Kapläne). In Russland neu anzufangen, ist mit anderen Schwierigkeiten verbunden als anderswo.