Montag, 11. Oktober 2010

Von Clemens zu Peter und Paul

Bei genauem Hinsehen erkennt man noch ein wenig
Kirchenarchitektur am erhaltenen unteren Teil
der beiden Türme unserer ehemaligen Kathedrale
In Saratow gibt es bis zum heutigen Tag die Kathedrale der 1848 errichteten Diözese Tiraspol. Sie trägt den Namen des ehemaligen und neuen Bistumspatrons, nämlich den des hl. Papstes Clemens von Rom, dritter Nachfolger des hl. Petrus. Noch als niemand an Saratow als Bischofssitz dachte, und sich die Pfarrgemeinde unter dem alten Namen (St. Clemens) neu sammelte, Anfang der 90-er Jahre des letzten Jahrhunderts, als jahrelange Bemühungen um die Rückgabe der Kirche erfolglos blieben, wurde mit dem Bau einer neuen Pfarrkirche begonnen. Ein Saal für außerliturgische Gemeindeveranstaltungen und zwei kleine Wohnungen, für Pfarrer und Kaplan, waren im Projekt enthalten. Noch vor der endgültigen Fertigstellung der Pfarrkirche, wurde ich am 23.03.1998 zum Bischof ernannt. Saratow wurde aus geographischen und historischen Gründen als Bischofssitz festgelegt. Da bot es sich praktisch alternativlos an, die fast fertig gebaute Kirche zur Kathedrale zu machen. Warum sie nicht dem hl. Clemens geweiht ist? – Weil das einer klaren Aufgabe der ehemaligen Kirche gleich gekommen wäre. Zwar kämpfen wir heute nicht um die entweihte und bis zum heutigen Tag als Kinotheater benutzte Kirche, losgesagt haben wir uns jedoch nie von ihr.

Der Apostolsiche Nuntius Erzbischof Zur,
weiht am 15. Oktober 2000
die neue Kathedrale und Pfarrkirche in Saratow
Obwohl also die Pfarrgemeinde in Saratow wieder wie früher, Sankt Clemens heißt, feiert sie ihre Gottesdienste in der Kathedrale, die am 15. Oktober 2000 den beiden Aposteln Petrus und Paulus geweiht wurde. Hauptzelebrant war damals im Heiligen Jahr der Apostolische Nuntius, Erzbischof Georg Zur. Auch am diesjährigen Fest wird der jetzige Apostolische Nuntius aus Moskau, Erzbischof Antonio Mennini teilnehmen. Außerdem erwarten wir die anderen drei katholischen Bischöfe aus Russland, über 30 Priester und viele Ordensleute und Laien – Delegationen aus dem ganzen Bistum. In drei Tagen reisen sie an. (Manche schon morgen.)