Sonntag, 14. November 2010

Ein Sonntag zu Hause

Vor zwei Wochen hatte ich den ausländischen Studenten versprochen, dass ich mich heute nach der Messe in Saratow wieder mit ihnen treffen werde. Da wächst eine richtige KSG (Katholische Studentengemeinde) heran! Weil manche die russische Sprache noch kaum verstehen, lesen sie das Sonntagsevangelium nach der Messe gemeinsam in Englisch und tauschen ihre Gedanken darüber aus, auch das, was sie in der Predigt verstanden haben. Heute hat der Pfarrer gepredigt und ich durfte einmal zuhören. Noch in der Sakristei meinte er, dass er nur eine halbe Predigt fertig hätte. War er doch auch mit im Heiligen Land gewesen, … Und ich solle dann die zweite Hälfte übernehmen. Die Predigt war interessant. Man konnte gut zuhören und weiterdenken. Hätte er sich also tatsächlich mitten in der Predigt am Ambo umgedreht, was bei ihm nicht auszuschließen ist, … wäre es kein großes Problem gewesen fortzufahren.
Auch die anderen, wenigen, Räume in der Kathedrale, die ja eigentlich als einfache Pfarrkirche konzipiert war, waren nach dem Gottesdienst belegt: „Lectio Divina“, Beichte, Pfarrjugend, Religionsunterricht, … In der Kirche vor dem Altar betete Schwester Laura mit den Kleinsten.