Dienstag, 16. November 2010

Hauskrankenpflege auf der Straße

So seltsam es klingen mag: Hauskrankenpflege war noch vor wenigen Jahren ein unbekannter Bereich in der Ausbildung russischer Krankenschwestern, Sozialarbeiter usw. Darum wurde ein entsprechendes Projekt unserer „Caritas“ zu deren Aushängeschild, das uns sogar das Wohlwollen bei Ministerien und Gouverneuren einbrachte. Hauskrankenpflege und Ausbildung, bzw. Anleitung dazu, sowie Verleih von Rollstühlen und vielen anderen Hilfsmitteln, gehören zum Projekt, auch in Saratow. Seit drei Jahren wurde uns von einer Sozialeinrichtung, die dem Gesundheitsministerium angegliedert ist, ein Raum dafür zur Verfügung gestellt, unentgeltlich, aber leider ohne Vertrag. In den Tagen, als ich auf Wallfahrt im Heiligen Land war, wurden wir von dort ohne Vorankündigung, innerhalb eines Vormittages, buchstäblich auf die Straße gesetzt. Die Caritasdirektorin konnte nicht so schnell ein Auto besorgen, wie man uns die Einrichtungsgegenstände und Hilfsmittel auf den Gehsteig räumte. Über die Gründe wissen wir nichts. Heute früh schaute ich mir an, wie das Ganze unsortiert in einem Unterrichtsraum unserer Pfarrkirche (Kathedrale) eingelagert wurde. Wie und ob es weiter geht, ist momentan unklar. Wir suchen nach Erklärungen und Wegen. Geht es doch um hilfsbedürftige Menschen in Saratow, die auf diese Hilfe angewiesen sind, bzw. deren Lebensniveau mit dem Projekt auf einer menschenwürdigen Ebene bewahrt werden könnte.