Montag, 29. November 2010

Trauriger Gedenktag

Heute vor 10 Jahren, am 29. November 2000, wurde der polnische Priester Krzysztof Niemyjski (geb. 1960) aus der Diözese Warszawa-Praga in der südrussischen Stadt Astrachan mit einer in den Tee gestreuten Substanz vergiftet. Nach priesterlosen Jahrzehnten, war er der erste katholische Priester im Wolgadelta. Wir waren gut befreundet über all die acht Jahre seiner Tätigkeit in Astrachan hinweg, denn obwohl wir 860 km voneinander entfernt lebten, gehörten wir seit Frühjahr 1993 zu einem Dekant und trafen uns regelmäßig. Wir verdanken Krzysztof Niemyjski die Rückkehr der Pfarrgemeinde in die (heute) älteste erhaltene katholische Kirche in Russland (fast 300 Jahre), die Gründung eines Regionalcaritasverbandes, über mehrere Jahre hinweg: ein Vorseminar für am Priestertum Interessierte, verschiedene Laienbewegungen  u.v.m.  Nachdem ich die Nachricht von seiner Ermordung am späten Nachmittag des 29.11. erhalten hatte, war ich mit dem Nachtzug nach Astrachan gefahren. (Fünf Tage vorher hatte P. Krzysztof noch an einer Dekanekonferenz bei mir in Saratow teilgenommen.) Ich begleitete seinen Leichnam dann bis Moskau, von wo aus er mit einem Auto über Weißrussland nach Polen zu seinen Eltern gebracht wurde.
Am 15. April 2001 ermordete ein entlassener Strafgefangener den Priester Jan Frackiewicz in der Ortschaft Jarzew in Sibirien. Der alte Missionar hatte seinem aus Saratow stammenden Mörder zuvor viel geholfen, als sich der noch im Strafvollzug befand. Am 18. Januar 2005 wurde der aus der Slowakei stammende Pfarrer Jan Hermanowskzy in der Stadt Brjansk – 380 Kilometer südwestlich von Moskau – getötet. Ende Oktober 2008 wurden in Moskau die beiden Jesuitenpatres Otto Messmer  und Victor Betancourt erschlagen.