Donnerstag, 18. November 2010

Was hat russischer Motorenklang mit thüringer Hausmusik zu tun?

Viele Pfarrgemeinden in der Diaspora, z.B. in der ehemaligen DDR, besitzen einen Kleinbus, um „Kinder zu sammeln“, Außenstationen zu betreuen usw. Auch für uns sind solche Fahrzeuge mit bis zu 9 Sitzplätzen eine besonders praktische Hilfe beim Organisieren der Seelsorge im Umkreis von Hunderten Kilometern um eine Kirche herum. Solange es die russischen Einfuhrbestimmungen noch rentabel erscheinen ließen, kauften wir fast jährlich 1 – 2 Kleinbusse in Deutschland. Fahrzeugen, die mehr als 36 Monate und weniger als 7 Jahre alt waren, wurde ein wesentlich günstigerer Einfuhrzoll abverlangt, als allen anderen. Wir suchten immer Kleinbusse, die genau drei Jahre alt und wenig gefahren waren. Nun werden sie aber langsam alt und reparaturanfällig. So steht der Kleinbus unserer Saratower Pfarrei, die drei größere Außenstationen – je 200 km entfernt – betreut, seit über einem Monat im Hof. Unser Hausmeister wollte das Auto nicht einmal zur Werkstatt schleppen lassen, weil er den hohen Preis der Getriebereparatur voraussah. Inzwischen wissen wir trotzdem, dass 1.340 Euro dafür nötig sind. Absolut unerwartet wird die Theologische Fakultät in Erfurt bei ihrem Hausmusikabend am 4. Dezember für diese Reparatur sammeln, so dass schon zu Weihnachten wieder Leute von weit her geholt und nach Hause gebracht werden können, die ohne Hilfe aus der Pfarrei zu Hause sitzen müssten. Und Anfang Januar, wenn in Russland arbeitsfrei vom 1.-11. Tag des neuen Jahres ist, wird das Auto gute Dienste in der Kinderseelsorge leisten können. Die Studenten in Erfurt haben sich heute eben dafür entschieden.