Donnerstag, 30. Dezember 2010

Kamenka - im Vorbeifahren

Meine heutige Arbeit gehört nicht ins Internet. Darum nochmal ein Rückblick auf gestern. Die Heimfahrt von Elista nahm insgesamt 14 Stunden in Anspruch: fünf Stunden mit dem Pfarrer von Wolgograd im Auto, übernachten (warten auf den nächsten Zug nach Saratow) in Wolgograd, siebeneinhalb Stunden im Zug nach Saratow. Drei Stunden vor Ankunft fuhren wir an Kamenka vorbei, einem der vielen aussterbenden Dörfer Russlands. Es regnete. Kamenka wurde 1764 von deutschen, katholischen Auswanderern gegründet und hatte anfangs 148 Einwohner. 1907 wurde hier eine große, neugotische Kirche dem hl. Erzengel Michael geweiht. Hauptverantwortlicher für den Bau war der aus Marx (damals Katharinenstadt) stammende Priester Alexander Staub. Kamenka war zu der Zeit Dekantszentrum. Einer Zählung von 1912 zufolge, hatte es dann 3342 Einwohner.
Heute sind es noch ein paar Häuser, die genauso wie der letzte Straßenbelag der zentralen Dorfstraße zerbröckeln. Ein Rest des Kirchturms von Sankt Michael ragt noch in den Himmel. (Bild vergrößern durch Anklicken.)