Donnerstag, 27. Januar 2011

27. Januar - sel. Jurgis (Georg) Matulaitis

Auf ihrer 33. Vollversammlung (Irkutsk, 19.01.2011) hat die kath. Bischofskonferenz in Russland den liturgisch fakultativen Gedenktag des Seligen zum verpflichtenden Gedenktag erhoben. Sowohl seiner Beziehung zu Sankt Petersburg wegen (Ausbildung, Priesterweihe und Lehrtätigkeit), als auch zum Dank für "seine" Dienerinnen Jesu in der Eucharistie", soll der selige Jurgis Matulaitis (russ. Georgij Matulewicz) unseren Gläubigen bekannt sein.
Georg Matulaitis wurde am 13. April 1871 in dem Dorf Lugine, Kreis Mariampol in Südlitauen geboren. Seine Eltern, fromme, fleißige Bauersleute, hatten acht Kinder. Georg war das jüngste. Als Dreijähriger verlor er seinen Vater. Einige Jahre darauf starb auch seine Mutter. Sein Waisenschicksal war schwer und leidvoll. Schon als Fünfzehnjähriger erkrankte er an Knochentuberkulose und litt daran bis zu seinem Lebensende.
Er besuchte das Gymnasium in Mariampol und studierte Philosophie und Theologie in Kielce, Warschau und St. Petersburg, wo er 1898 an der Geistlichen Akademie die Priesterweihe empfing. Zum Weiterstudium weilte er in Fribourg in der Schweiz und vertiefte sich in die katholische Soziallehre. Danach wirkte er unter den Arbeitern in Warschau, gründete Heime für Kinder, half Notleidenden ohne auf nationale und religiöse Unterschiede zu achten. Auch dozierte er Soziologie in St. Petersburg.
Da er die für das Leben der Kirche große Bedeutung von klösterlichen Gemeinschaften, die in Russland vernichtet waren, kannte, trat er 1909 geheim in die verbotene Marianische Kongregation ein und passte ihre Satzung den neuen Erfordernissen der Zeit an, so dass die klösterliche Gemeinschaft auch im geheimen wachsen und sich entfalten konnte. Er gründete zwei klösterliche Frauengemeinschaften, darunter die Kongregation der Schwestern Dienerinnen Jesu in der Eucharistie (1924).
1918 wurde er zum Bischof von Vilnius in Litauen ernannt und hatte dort wegen nationaler und politischer Zwistigkeiten der Bürger viel zu leiden. 1925 verzichtete er auf das Bischofsamt. Papst Pius XI. ernannte ihn zum Erzbischof und sandte ihn als Apostolischen Visitator nach Litauen zurück. Dort normalisierte er die Beziehungen zwischen der litauischen Regierung und dem Heiligen Stuhl, gründete die Litauische Kirchenprovinz, suchte würdige Kandidaten für Bischofssitze in Litauen aus, bereitete das Konkordat zwischen Litauen und dem Vatikan vor. In dem Amt als Apostolischer Visitator starb er unerwartet am 27. Januar 1927 in Kaunas. Papst Pius XI. hatte ihn wiederholt als „Mann Gottes“ und „wahrlich heiligen Menschen“ bezeichnet. Die Seligsprechung des Erzbischofs fand am 28. Juni 1987 in Rom statt. Sein liturgischer Gedenktag ist der 27. Januar.
(Quelle: http://www.eucharistinerinnen.de/)
Es gibt viele Kleinigkeiten aus seinem Leben, die erwähnenswert sind, so u.a. seine persönliche Sorge und finanzielle Unterstützung für russische Kinder in Vilnius, nachdem die Staaten Polen und Litauen gegründet waren.
Aus seinem Geistlichen Tagebuch
Es sei das Leitmotiv meines Lebens: In allem Gott suchen, alles zu seiner Ehre tun, Gottes Geist überall in alles hineintragen und alles von ihm durchdringen lassen. Gott und seine Ehre sei die Mitte meines ganzen Lebens, die Achse, um die sich alle meine Gedanken, Gefühlte, Wünsche und Taten drehen.
Gottes Ehre und das Heil der Seele sollen mir über alles gehen. Kann es ein höheres, edleres Ziel geben als dieses? Wie gering erscheint alles andere im Vergleich zu diesem Ziel! Was bedeuten selbst die besten und schönsten Bestrebungen der Menschen im Vergleich mit diesem Ziel? Ist es also nicht wert, nicht recht, dass wir unser ganzes Lesen und alles, was wir haben – Schätze, Talente, Fähigkeiten und das Leben selbst – ganz und gar diesem Ziel unterordnen?  (14.10.1910)