Freitag, 28. Januar 2011

Ein Freund im Himmel

Groß wie noch nie, haben wir gestern in Marx den Gedenktag des schon erwähnten seligen Georg Matulaitis gefeiert. Nicht seine Jahre in Sankt Petersburg, und auch nicht einmal die von ihm gegründete und bei uns tätige Schwesterngemeinschaft mussten persönlicher Anknüpfungspunkt für den einen oder anderen gewesen sein. Allein der Blick auf sein alles andere als leichtes Leben und die Auswege, die Gott in so vielen ausweglosen Situationen schaffte, lässt vertrauen und hoffen. Nach dem Rosenkranz, den Jugendliche aus dem Georg-Matilaitis-Haus vorbereitet hatten, feierten wir Eucharistie in der schönen „Christus König Kirche“, die mit mehr Gläubigen und Gästen gefüllt war, als sonntags. Im Anschluss gaben Schülerinnen der Marxer akademischen Musikschule ein Konzert mit katholischen und orthodoxen Kirchengesängen. Ein Preisausschreiben in Form einer schriftlichen Prüfung für Erwachsene und Kinder schloss sich im Gemeindesaal an. Dann gab es endlich etwas zu Essen. Mir schien, dass „14 Minuten“ reichen müssten. Aber ich hatte übersehen, dass es in Marx auch heute nicht wenige Menschen gibt, die sich zu Hause nie satt essen können. Für manche waren Tee und Kuchen der Höhepunkt des Festes. Anschließend begaben wir uns wieder in die Kirche zur Anbetung Jesu im Sakrament der Eucharistie. Und dann wurden die Namen der Sieger des Georg-Matulaitis-Preisausschreibens bekannt gegeben. Preise waren christliche Bücher, Brettspiele, vier Teetassen, ein Bügeleisen (heiß begehrt) und – für die Siegerin: ein Wochenende in Saratow mit Familie. Gewonnen hat eine junge Frau, die ich noch als Jugendliche aus der Seelsorge in Marx kenne. Sie wird mit ihrem Mann und zwei Kindern kommen, mit Veronika und Anton. Die vier werden bei mir wohnen. Wir werden an zwei Tagen gemeinsam essen, zur Kirche gehen, und zu einer „Kulturveranstaltung“ nach Wunsch: Kino, Theater, Puppentheater, Zirkus, … Abschluss des gestrigen Festtages bildete ein kleines Feuerwerk auf dem Platz vor der Kirche, das Kleine und Große mit so kindlicher Freude bestaunten, wie es Bessergestellte erfahrunfsgemäß nicht mehr können.