Sonntag, 6. Februar 2011

Ruhiger Sonntag

Die Sonntagsmesse feierte ich wieder einmal zu Hause in Saratow. Die Kirche war, wie sonntags im Winter  bei uns üblich, gut gefüllt. Mit mir standen unser Kaplan und Pater Massimo am Altar, ein Italiener, der in der vergangenen Woche gekommen war, um für ein paar Jahre in der Seelsorge des Bistums Sankt Clemens zu helfen. Anschließend waren alle Räume für Unterricht, Gebetsgruppen und Begegnungen "ausgebucht", so dass eine Kindergruppe ihre Religionsstunde auf dem Linoleumfußboden der Sakristei verbringen musste, (Foto). Ich selbst hatte noch zwei Gespräche in den Kirchenbänken, die sich nicht leicht zusammenfassen lassen. In dem einen ging es um den sterbenden Vater einer jungen Frau, der anfängt, an Gott zu denken, im anderen um meine und die Freude einer Mutter, die vor einigen Jahren zum ersten Mal zur Kirche kam - ich erinnere mich an das Gespräch - und inzwischen getauft wurde. Sie wartete in der Kirche auf ihre Tochter, die unter den Malenden in der Sakristei beschäftigt war. Anschließend fuhr ich nach Marx, wo ich noch mit drei Gästen der Caritas aus Osnabrück zu Mittag essen konnte. Auch am Nachmittag hatte ich Gesprächstermine in Marx, so dass ich erst morgen früh gegen 6.00 Uhr nach Saratow zurückkehren werde.
P.S. Als sich heute die Lektorin der zweiten Lesung mit gesammeltem Gesicht am Ambo die Lesebrille auf die Nase setzte, rief Alica (auf dem Foto links) den Kindern in ihrer Bank - vernehmlich in der ganzen Kirche - zu: "Das ist meine Oma!" Plötzlich war der Raum voller lächelnder Gesichter. Und ich erinnerte mich, dass meine Oma in vier Tagen 106 geworden wäre.