Freitag, 1. April 2011

Auch Großväter haben den Glauben weitergegeben

Dass der christliche Glaube die Sowjetunion überlebt hat, schreibt man oft den "Babuschkas" zu, den Großmüttern. Mitte des vergangenen Jahrhunderts gab es von Seiten der Staatsideologen die Hoffnung, dass das Christentum gemeinsam mit diesen Großmüttern aussterben werde. Das Phänomen bestand mit der Zeit darin, dass zwar Großmütter starben, aber immer wieder neue Großmütter nachkamen. Das möge aber nun kein Grund sein, alle Männer für schlechter zu halten. Ich selbst habe hier in Russland so einige fromme, physisch und seelisch starke Väter und Großväter kennengelernt, die mit unanfechtbarer Überzeugung, eindeutiger Klarheit und einem frohen Lächeln in den Augen Glauben weitergeben konnten.
Einer davon scheint auch Bronislaw gewesen zu sein, der Großvater einer Novizin aus dem Kloster in Marx. Sie ist bei den Großeltern aufgewachsen und hat sicher ihre Berufung zum Ordensleben durch das christliche Leben ihres Großvaters gefunden. Jetzt kam sie von seiner Beerdigung aus Kasachstan zurück. Über 50 Stunden mit dem Zug ist sie gefahren, hin und zurück 100! Auf einem kleinen Dorffriedhof musste erst einmal der meterhohe Schnee (auf dem Foto links sieht man die Schneehöhe) weggeschaufelt werden, bevor das Grab im tief frostigen Boden mit einfachen Spaten ausgehoben werden konnte. Bronislaw war in seiner Kirchengemeinde allen bekannt. Er hatte die Bänke gezimmert, die Weihnachtskrippe gebaut u.v.m. Er war oft im Kirchlein, um zu beten, und hat es mit seiner Familie zu Hause getan.
Wir klagen heute natürlich über Priestermangel. - Auch wenn es nicht alles erklärt: Wo sollen sie herkommen, wenn es keine solchen Männer und Frauen mehr gibt?