Freitag, 29. April 2011

Bedauerliche Terminverschiebung

Gestern, am späten Nachmittag, bekam ich einen Anruf, dass mein Besuch im Ausländergefängnis in Mordowia, der lange für den 3. Ostersonntag (8. Mai) geplant war, auf den 1. Mai "verschoben" wurde. Leider breche ich schon in 3 Stunden nach Wolgodonsk auf, wo ich übermorgen, am 1. Mai, erwartet werde. Einen neuen Termin für die Gefangenen zu finden ist nicht ganz leicht. Der erste, noch freie Sonntag in der kommenden Zeit ist der 3. Juli. Natürlich hat es keinen Sinn zu klagen. Möchte ich doch einen Passierschein für die "Kolonie Nr. 22" bekommen, wo wir vor Jahren eine Kirche im Gefängnis gebaut haben. In die anderen Kolonien dort im mordowischen Wald, komme ich schon lange nicht mehr. Es heißt, dass dort keine Katholiken mehr inhaftiert sind. (Früher besuchte ich regelmäßig die Kolonien für Frauen, die der Tuberkulosekranken, die der AIDS-Kranken und sogar einige Kolonien mit "strenger Überwachung".)
Dass man den Termin für meinen Besuch plötzlich verschob, wird am "Tag des Sieges" liegen, den man seit 1945 feiert. Soviel ich weiß, sind die Gefängnisse in Mordowien schon über 80 Jahre alt, was u.a. auf frühere Insassen schließen läßt.
Der Gerechtigkeit halber möchte ich aber auch sagen, dass wir ein - nach hiesigen Maßstäben - gutes Verhältnis zur Gefängnisleitung haben. Wie überall, prägen menschliche Qualitäten die Atmosphäre.