Sonntag, 26. Juni 2011

Fronleichnam 2011 im Suedural

Kupfer, Chrom und Nickel sind die Schaetze im Boden um Orsk. Dennoch scheinen die Einwohner der Stadt keinen Gewinn von der Verhuettung zu haben. Die 250.000-Einwohner-Stadt macht einen aermlichen Eindruck. Die graubraunen Wohnblocks und die holprigen Gleisanlagen der Strassenbahnen wirken trostlos. Wie ich gestern im katholischen Kinderzentrum erfahren habe, gibt es dennoch viele Kinder in der Stadt. Jeder der nicht wenigen Kindergaerten im Stadtgebiet haette eine Warteschlange von ca. 100 Kindern, hiess es. Unsere vor 5 Jahren gebaute Pfarrkirche wird unter die Sehenswuerdigkeiten der Stadt gezaehlt. Hier leben zwei Redemptoristenpatres und drei Ordensschwestern, die neben Orsk auch die Metallurgenstadt Nowotroizk und kleinere Aussenstationen betreuen. Einmalig im Bistum ist es, dass in der Gemeinde auch eine deutsche Katechetin lebt. Sie ist noch kein Jahr hier, hat aber schon viele Kontakte zu den Menschen, nicht nur innerhalb der Pfarrgemeinde. Sie ist voller Ideen und schaut realistisch auf ihre Umgebung. Dass Sie, trotz einiger Schwierigkeiten mit der russischen Sprache, den Mut nicht verliert, zeugt von einer tiefen Motivation, mit der sie noch lange hier bleiben koennte. Hoffen wir, dass sie moechte, und dass es ihre Heimatdioezese erlaubt!
Der heutige Fronleichnamsgottesdienst war natuerlich laenger als an einem gewoehnlichen Sonntag. So gut es eben bei uns geht, waren vier Altaere fuer die Prozession um die Kirche herum aufgestellt. Mit Weihrauch und Bannern zog das kleine Haeufchen Pfarrgemeinde Christus im Altarssakrament hinterher. Am Abend wird das Fest fortgesetzt: die Feuerwehr gibt eine Vorstellung, ein Chor wird auftreten, … Wenn es nicht zu spaet wird, fahre ich heute Abend noch bis Orenburg. Dann waere der Weg morgen schon mal 300 km kuerzer.