Mittwoch, 29. Juni 2011

"Peter und Paul" in Saratow

Firmgruppe
Das Patronatsfest unserer Kathedrale ist ein Tag, an dem wir der Grund-legenden Bedeutung der beiden Apostel Petrus und Paulus gedenken und stets auch in der Liturgie des Tages etwas Passendes hinzuzufügen versuchen. Heute war es das Sakrament der Firmung, dass ich sechs Erwachsenen spendete, und die traditionelle Überreichung der Diplome an Absolventen unseres Orenburger Theologiestudiums. Natürlich gedachten wir des 60. Jahrestages der Priesterweihe von Papst Benedikt XVI. (Und auch in Dresden gibt es heute ein schönes Jubiläum: Bischof Reinelt, der mir die Hände aufgelegt hat, feiert heute 50 Jahre seit dem Tag seiner Priesterweihe.)
Theologiestudentinnen (links: orthodox, rechts: katholisch)
Zu Theologiestudium noch ein paar Worte: 1995 gründete das Moskauer Kolleg des heiligen Thomas von Aquin einige Filialen in Russland, die sich später als Ballast erwiesen, weil man in Moskau höhere Standards anstrebte und die Provinz nicht hinterher kam. (Die zu absolvierende Stundenzahl pro Woche war nebenberuflich nicht mehr zu schaffen.) Die meisten Filialen gaben auf. In Orenburg kümmerten sich Redemptoristenpatres um eine Fortsetzung des Angebots von katholischer Kirchengeschichte, Dogmatik, Exegese, Mariologie etc. Studenten verschiedener Universitäten in Orenburg, bis hin zu Mitarbeitern der Stadtverwaltung nahmen das Angebot wahr. Im Laufe der vergangenen 16 Jahre haben ca. 500 Studenten den dreijährigen Kurs abgeschlossen. Finanziert wurde das Studium zu mehr als 50 % von den Redemptoristen, den Rest gab das Bistum dazu. Die heutige Diplomverleihung an 4 Absolventinnen (drei waren mit ihrem Direktor angereist) war die letzte. Angebote in der Stadt, Interesse der Studenten, Potential der Redemptoristen, … alles hat in Richtung neuer Wege gedrängt, die aber – ehrlich gesagt – noch nicht gefunden sind.
Mittagessen im Pfarrsaal
Wir haben endlich Sommer in Saratow. Unerträgliche Hitze erinnert an das vergangene Jahr. Vom festlichen und wunderbar zubereiteten Mittagessen mit Gefirmten, Paten, Kindern und Studenten blieb deshalb viel mehr als erwartet übrig.